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ADAC-Test: Ernüchterndes Ergebnis für Autobahn-Rastplätze

Wer auf langen Autofahrten eine Pause braucht, erlebt oft eine böse Überraschung. Der ADAC hat 50 unbewirtschaftete Rastplätze geprüft und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

(elm/spot)
Bonjour tristesse! Rastplätze an deutschen Autobahnen sind in der Regel wenig einladend.
Bonjour tristesse! Rastplätze an deutschen Autobahnen sind in der Regel wenig einladend. © huettenhoelscher/iStock via Getty Images
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Wer auf langen Autofahrten eine Pause einlegen möchte, muss sich auf deutschen Autobahnen oft mit ernüchternden Bedingungen abfinden. Der ADAC hat 50 der deutschlandweit rund 1.500 unbewirtschafteten Rastplätze geprüft, die bereits 2022 auf dem Prüfstand standen.

Fast die Hälfte der Anlagen (46 Prozent) schneidet im Test mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" ab. Der Anteil guter Rastplätze hat sich nahezu halbiert: von 40 Prozent im Jahr 2022 auf nur noch 18 Prozent. Die Bestnote "sehr gut" vergab kein einziger Tester. Knapp zwei Drittel der Anlagen haben sich seit 2022 verschlechtert, nur acht Prozent verbesserten sich.

Sanitäranlagen als größte Schwachstelle

Am gravierendsten fallen die Mängel bei den Toiletten aus - jener Kategorie, die mit 50 Prozent am stärksten ins Gesamturteil einfließt. 62 Prozent der Rastplätze erhalten für ihre "Sanitären Anlagen" ein "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Auf sechs Anlagen sprachen die Tester sogar ein K.O. oder Teil-K.O. aus, weil Toiletten gesperrt waren.

Häufig funktioniert schon das Grundlegende nicht: Seifenspender fehlen oder sind defekt, Handtrockner arbeiten nicht, Toilettenpapier ist mancherorts nicht vorhanden, und um die Sauberkeit ist es oft schlecht bestellt. Damit sind ausgerechnet die Sanitäranlagen das Kernproblem, obwohl sie zugleich der häufigste Grund sind, warum Reisende einen Rastplatz ansteuern.

Verkehr und Parken überzeugen

Vergleichsweise gut kommt der Bereich "Verkehr und Parken" weg: Mit "gut" ist er das beste Kategorie-Ergebnis des Tests. Die meisten Anlagen sind verkehrssicher gestaltet. Nachbesserungsbedarf gibt es aber bei Stellplätzen für Gespanne, Pkw mit Anhänger und Wohnmobile, denn auf 38 Prozent der Rastplätze fehlen sie. Nicht gewertet, aber auffällig: Auf acht der 50 Anlagen standen Schrottautos.

Wenig Aufenthaltsqualität im Freien

Die "Außenanlagen" erreichen nur ein mittelmäßiges Niveau. Zwar ist die Grundausstattung vorhanden, doch Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen und ausreichender Lärmschutz fehlen häufig. Nur zwei der 50 Rastplätze verfügen über einen Spielplatz, und keine einzige Anlage bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.

Bei der "Persönlichen Sicherheit" bleibt es beim Prädikat "ausreichend". Schwächen zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und den Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf komplett. Positiv vermerkt der ADAC hingegen, dass überall Handyempfang besteht und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet sind.

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Nutzer bestätigen den Befund

Eine begleitende Befragung stützt die Ergebnisse. Sauberkeit ist für die Nutzerinnen und Nutzer mit Abstand das wichtigste Kriterium - und zugleich das größte Ärgernis. 61 Prozent steuern Rastplätze vor allem an, weil sie die nächste Gelegenheit zum Anhalten bieten. 42 Prozent sind mit den Bedingungen (sehr) unzufrieden, nur 28 Prozent (sehr) zufrieden. Hinzu kommt ein Vandalismusproblem: Auf 96 Prozent der Anlagen dokumentierte der ADAC Schäden, von Graffiti über zerstörtes Inventar bis zu massenhaft angebrachten Stickern, die Hinweisschilder unleserlich machten.

Handlungsbedarf bei der Grundversorgung

Dass es besser geht, zeigen die Spitzenreiter: Am besten schnitt Linsenbühl an der A6 in Baden-Württemberg ab, gefolgt von Borker Heide (A9) und Engelmannsbäke (A1). Am unteren Ende häufen sich hessische Standorte wie Stadtwald (A3) oder Nadelöhr (A4). Ihre Grundfunktion als Pausenort erfüllen die Rastplätze zwar. Der Test offenbart aus Sicht des ADAC aber deutlichen Handlungsbedarf, allen voran bei den Sanitäranlagen. Saubere Toiletten, sichere Gestaltung und angemessene Ausstattung zählten zur Grundversorgung und sollten überall gewährleistet sein. Zuständig dafür sind die regionalen Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes.

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