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Regeln an europäischen Stränden: Was Urlauber wissen müssen

Kontingente, Buchungspflichten, Bußgelder: Welche Strandregeln in Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich diesen Sommer gelten, zeigt eine Übersicht.

(elm/spot)
Damit Strände sauber bleiben, erlassen immer mehr Länder und Gemeinden entsprechende Regeln für Badegäste.
Damit Strände sauber bleiben, erlassen immer mehr Länder und Gemeinden entsprechende Regeln für Badegäste. © Symeonidis Dimitri/iStock via Getty Images
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Mehr als 40 Kilogramm Sand, Kiesel und Muscheln, versteckt unter Autositzen: Ende Mai stoppte der italienische Zoll im sardischen Hafen Porto Torres eine Französin, die auf die Fähre nach Toulon wollte. Nach dem Regionalgesetz Nr. 16 von 2017, das die Entnahme von Sand untersagt, drohen ihr 500 bis 3.000 Euro Bußgeld. Generell haben viele Staaten und auch zahlreiche einzelne Küstengemeinden in Europa ihre Strandregeln in den vergangenen Jahren nachgeschärft.

Sardinien: Sand, Schirme, Kontingente

Am nordwestsardischen Strand La Pelosa dürfen Handtücher seit Jahren nur auf einer Matte liegen, damit weniger Sand mitgeht. Der Zugang ist vom 15. Mai bis 15. Oktober auf 1.500 Personen täglich begrenzt, der Eintritt kostet 3,50 Euro. Kontrolliert wird per QR-Code von 8 bis 18 Uhr. 500 Plätze lassen sich jederzeit buchen, 1.000 werden erst zwei Tage vorher freigegeben. Kinder unter zwölf brauchen keine Reservierung.

Für Diskussionen sorgt vor allem Punta Molentis bei Villasimius. Nach einem Brand im Juli 2025 erließ der Bürgermeister eine Verordnung, die jährlich vom 6. Juni bis 31. Oktober gilt: Der Zugang kostet zehn Euro, muss vorab gebucht werden und ist auf 90 Fahrzeuge pro Tag sowie 190 gleichzeitig anwesende Personen begrenzt.

Italien: Wo der Badetag gebucht werden muss

Nicht alle Kontingentstrände kosten Eintritt: An der Baia del Silenzio im ligurischen Sestri Levante dürfen sich vom 1. Juli bis 31. August zwischen 8:30 und 17:30 Uhr höchstens 450 Menschen gleichzeitig aufhalten - kostenlos, ohne Reservierung, kontrolliert an drei Zugängen. Die Spiaggia dei Conigli auf Lampedusa ist ebenfalls gratis, vom 8. Juni bis 18. Oktober aber nur mit Anmeldung zugänglich: in zwei Zeitfenstern mit je höchstens 550 Personen, ein Teil der Plätze ist online verfügbar, der Rest über eine Einlassliste vor Ort. Im Meeresschutzgebiet Gaiola bei Neapel gilt von Mai bis September ein Limit von 200 Personen je Zeitfenster, gratis, aber nur mit Online-Buchung.

Griechenland: Über 250 Strände ohne Liegen und Schirme

Athen hat die Liste der sogenannten unberührten Strände für die Saison 2026 von 238 auf 251 erweitert. An diesen Abschnitten, viele davon in Natura-2000-Gebieten wie Elafonisi und Falassarna auf Kreta, dürfen weder Liegen noch Sonnenschirme aufgestellt oder vermietet werden. Untersagt sind auch Strandbars, Fahrzeuge, laute Musik und Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmern.

Wichtig: Die viel zitierten Bußgelder von 2.000 bis 60.000 Euro richten sich vor allem gegen Betreiber, nicht gegen Badegäste. Besucher dürfen die Strände weiterhin betreten, nur eben mit Handtuch statt Liege; kontrolliert wird unter anderem per Drohne. An bewirtschafteten Stränden müssen mindestens 70 Prozent der Fläche frei von Liegen bleiben, in Schutzgebieten sogar 85 Prozent.

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Rauchen, Alkohol, laute Musik

Die spanische Organisation "Nofumadores.org" zählt für den Sommer 2026 insgesamt 878 Strände, an denen Rauchen und Dampfen untersagt sind. Barcelona hat das Verbot auf sein gesamtes Küstengebiet ausgedehnt, in San Sebastián werden bis zu 750 Euro bei Zuwiderhandlung fällig; für weggeworfene Kippen greift zusätzlich das nationale Abfallrecht mit Bußgeldern ab 2.000 Euro. Frankreich untersagt seit Sommer 2025 landesweit das Rauchen an Stränden, die an Badegewässer grenzen, aber nur während der Badesaison. Verstöße kosten 135 Euro regulär, bei Nichtzahlung 375 Euro, im Höchstfall 750 Euro.

Auf den Balearen ist Alkoholkonsum auf öffentlichen Straßen in abgegrenzten Zonen verboten. Betroffen sind Teile von Palma, der Playa de Palma, Magaluf, Llucmajor und das West End von Sant Antoni de Portmany. Terrassen sind ausgenommen, die Sanktionen reichen von 500 bis 1.500 Euro. Der bis Ende 2027 befristete Erlass bezieht sich auf den öffentlichen Straßenraum; für den Strand selbst greifen die kommunalen Satzungen. In Portugal untersagt die Seefahrtsbehörde AMN Tonanlagen, die andere Badegäste stören: 200 bis 4.000 Euro für Privatpersonen, bis zu 36.000 Euro für Firmen und Vereine kostet es, das Verbot zu ignorieren. Die entsprechenden Geräte können außerdem eingezogen werden.

Reservieren, Kleiderordnung, Vierbeiner

Im spanischen Calpe dürfen Stühle, Liegen und Schirme nicht vor 9:30 Uhr im Sand abgestellt werden, damit die Strandreinigung arbeiten kann. Wer sich den Platz früher sichert, riskiert bis zu 250 Euro Bußgeld und den Verlust der Ausrüstung; das gilt auch für länger als drei Stunden unbeaufsichtigte Gegenstände. Das galicische Vigo ahndet das Urinieren am Strand und im Meer mit bis zu 750 Euro, Marbella seit August 2024 die "physiologische Entleerung im Meer und am Strand" mit derselben Summe. Nach Darstellung der Stadtverwaltung zielt die Regel aber nicht auf das offene Meer.

Auch abseits des Sandes gilt eine Kleiderordnung: Sorrent verlangt bis zu 500 Euro von Menschen, die in Bikini oder Badehose durch die Innenstadt laufen, Albufeira an der Algarve 300 bis 1.500 Euro, Barcelona bis zu 300 Euro. Hunde sind an vielen Stränden Italiens, Spaniens, Frankreichs und Kroatiens in der Hochsaison verboten oder nur früh am Morgen und spät am Abend erlaubt. Und im normannischen Granville sind seit einem Erlass vom 10. Juli 2009 sogar Elefanten am Strand untersagt - vorausgegangen war der Besuch zweier Wanderzirkusse, deren Tiere im Meer badeten.

Fazit: Vorab prüfen - und vor Ort benehmen

Generell gilt: Wer in Südeuropa einen Strand betritt, sollte vorab die Warnhinweise genau studieren - handelt es sich um ein beliebtes Ausflugsziel, ist sogar eine kleine Internet-Recherche ein paar Tage im Voraus sinnvoll. Sonst steht man vor dem gesperrten Meerzugang und hat kein gültiges Online-Ticket.

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