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Macht KI den Markt für günstige Smartphones kaputt?

Der weltweite KI-Boom hat Folgen für den Markt für günstige Smartphones. Weil Rechenzentren immer größere Mengen an Speicher benötigen, steigen auch die Kosten für Handyhersteller. Besonders im unteren Preissegment steigt der Druck.

(wue/jmk/spot)
Aufgrund der großen Nachfrage nach KI-Rechenzentren steigen die Speicherpreise. Das sorgt fürProbleme bei der Herstellung günstigerer Smartphones.
Aufgrund der großen Nachfrage nach KI-Rechenzentren steigen die Speicherpreise. Das sorgt fürProbleme bei der Herstellung günstigerer Smartphones. © iStock via Getty/Finn Hafemann

Wer nicht viel Geld für ein neues Smartphone ausgeben möchte, musste in den vergangenen Jahren in der Regel nicht lange suchen. Selbst vergleichsweise günstige Einsteigermodelle boten große Displays, solide Kameras und genügend Leistung für den Alltag. Doch der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) dürfte die Branche im unteren Preissegment in naher Zukunft deutlich ausbremsen.

Bedarf für KI-Rechenzentren treibt die Speicherpreise nach oben

Stark vereinfacht ausgedrückt: KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Rechenleistung, weshalb die Nachfrage nach unterschiedlichen Speichervarianten - und damit auch der Preis - zuletzt stark anstieg. Das auf den Tech-Bereich spezialisierte Marktforschungsunternehmen Omdia erwartet laut einer aktuellen Prognose, dass im Jahr 2026 fast Ein Viertel (22 Prozent) weniger Smartphones im Preissegment unter 400 US-Dollar ausgeliefert werden dürften, Geräte oberhalb dieser Preisschwelle würden dagegen um 5,7 Prozent zulegen.

Der Grund dafür liege vor allem in den stark gestiegenen Preisen für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher - eine "erhebliche Belastung" im mittleren bis günstigen Preissegment. Die genannte Grenze von 400 Dollar lässt sich wegen Wechselkursen, Steuern und regionaler Preisgestaltung nicht eins zu eins auf den deutschen Markt übertragen. Das Prinzip bleibt allerdings dasselbe: Auch hierzulande wird es schwieriger, Geräte mit gleichbleibender Leistung zu einem günstigeren Preis in den Handel zu bringen.

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Julia Roberts und Brad Pitt besitzen beide keine Social-Media-Accounts © imago/ZUMA Wire / taniavolobueva/Shutterstock.com

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Rund 60 Prozent der Herstellungskosten entfallen auf Speicher

Im ersten Quartal 2026 entsprachen demzufolge alleine die Ausgaben für RAM und Flash-Speicher nahezu 60 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines Geräts mit einem Endpreis von unter 400 Dollar - fast eine Verdopplung seit dem dritten Quartal 2025. Die knapp 60 Prozent beziehen sich auf die reinen Materialkosten. Posten wie Vertrieb, Softwareentwicklung, Transport, Steuern und Händlermargen sind darin nicht enthalten.

Trotzdem verdeutlicht der Wert direkt das Problem: Wird Speicher teurer, trifft diese Entwicklung knapp kalkulierte Einsteigergeräte wesentlich stärker als Premium-Smartphones. Denn: Bei den teureren Smartphones können Anbieter an mehreren Stellen sparen, ohne dass das Produkt sofort für die Zielgruppe unattraktiv wird. Im unteren Preissegment sind solche Einsparungen schwieriger - und ein höherer Verkaufspreis dürfte die in diesem Bereich "höchst preissensible" Kundschaft schnell vergraulen.

Prognose: Weniger Leistung oder höherer Preis bei Smartphones

Der Omdia-Analyst Zaker Li erwartet außerdem, dass sich die Lage noch verschlimmern werde, da Speicherpreise in den kommenden Quartalen voraussichtlich weiter steigen dürften. Hersteller müssten die Verkaufspreise deutlich steigern, um nur geringe Gewinnspannen zu erzielen. Alternativ könnten sie etwa verbauten Speicher reduzieren, bei anderen Bauteilen sparen oder einzelne günstige Modelle ganz aus dem Katalog nehmen.

Für Verbraucher bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Smartphones im unteren Preissegment vollständig verschwinden. Wahrscheinlicher ist, dass man für denselben Preis weniger - oder auch ältere - Ausstattung bei Arbeitsspeicher, Prozessor oder Kamera erhält.

Teurere Geräte dürften indes weniger betroffen sein. Premium-Hersteller können steigende Kosten für Bauteile leichter auffangen, weil sie mehr an den Handys verdienen. Außerdem seien Käufer im Premiumbereich weniger preissensibel und würden auch höhere Preise in Kauf nehmen.

Aktuell könnte es sich also lohnen, ein vorhandenes Smartphone länger zu verwenden oder auf Vorjahresmodelle zu achten. Auch generalüberholte Geräte könnten attraktiver werden, sofern sie noch ausreichend lange Sicherheitsupdates erhalten.

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