Wer künftig eine Nacht in der österreichischen Hauptstadt verbringt, zahlt spürbar mehr an die Stadtkasse. Wien hebt seine Nächtigungsabgabe, offiziell Ortstaxe genannt, in zwei Etappen deutlich an.
Seit dem 1. Juli dieses Jahres liegt der Satz bei fünf Prozent, ab dem 1. Juli 2027 klettert er auf acht Prozent. Bislang waren 3,2 Prozent fällig. Berechnet wird die Abgabe laut Stadt Wien auf das Entgelt für den Aufenthalt, jeweils ohne Umsatzsteuer und ohne Frühstück - die reinen Übernachtungskosten bilden also die Grundlage.
Ursprünglich sollte es sogar schneller und heftiger gehen: Geplant war ein Sprung auf 8,5 Prozent bereits ab Dezember 2025. Nach Protest aus der Branche lud Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) zum Runden Tisch mit Wirtschaftskammer und Hotellerie. Heraus kam die nun gültige Staffelung - später, niedriger und in zwei Schritten.
Warum die Stadt an der Abgabe festhält
Novak begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten für Infrastruktur und Service. Mehr als 80 Prozent der Übernachtungsgäste kämen aus dem Ausland, entsprechend sollten auch Reisende einen Beitrag leisten. Mit den Einnahmen finanziert die Stadt nach eigenen Angaben unter anderem die Gestaltung der Flächen vor den Hotels, Grünräume, den öffentlichen Verkehr sowie das Kulturprogramm und die Betreuung der Kongressstadt.
Der Bedarf ist vorhanden, denn Wien wächst als Reiseziel rasant. Die Zahl der jährlichen Übernachtungen stieg zwischen 2005 und 2025 von rund 8,8 auf etwa 20,1 Millionen. Schloss Schönbrunn, Stephansdom, Kaffeehäuser und klassische Konzerte ziehen immer mehr Menschen an.






