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"Vegan is hot!": Alena Gerber posiert nur mit Chili bekleidet für PETA

Alena Gerber setzt sich seit vielen Jahren für den Tierschutz ein. Jetzt zieht das Model für eine neue PETA-Kampagne mit dem Titel "Vegan is hot!" blank - mit scharfen Chilis und wenig Stoff. Im Interview verrät sie ihre Motivation.

(ncz/pn)
Alena Gerber posiert für die neue Kampagne der Tierschutzorganisation PETA.
Alena Gerber posiert für die neue Kampagne der Tierschutzorganisation PETA. © Lina Tesch für PETA Deutschland e.V.

Mit scharfen Chilis und einer klaren Botschaft zeigt sich Alena Gerber (36) in der neuen PETA-Kampagne "Vegan is hot!". Das Model ernährt sich seit mehr als 20 Jahren pflanzlich und setzt sich seit vielen Jahren für den Tierschutz ein - nicht nur vor der Kamera, sondern auch ehrenamtlich im Tierheim, bei Demonstrationen und im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht sie über die Werte, die ihr ihre verstorbene Mutter mitgegeben hat, ihre Tochter, Familienhund Onyx und darüber, warum sie glaubt, dass Mitgefühl sich vor allem in unseren Entscheidungen zeigt.

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Tofu ist nicht ohne Grund eine beliebte Fleischalternative: Das Sojaprodukt enthält etwa 8 bis 10 g Eiweiß pro 100 g und nimmt Gewürze und Marinaden perfekt auf - egal ob gebraten, gegrillt oder frittiert. Auch diese vegetarischen Lebensmittel sind gute Proteinlieferanten.
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Tofu ist nicht ohne Grund eine beliebte Fleischalternative: Das Sojaprodukt enthält etwa 8 bis 10 g Eiweiß pro 100 g und nimmt Gewürze und Marinaden perfekt auf - egal ob gebraten, gegrillt oder frittiert. Auch diese vegetarischen Lebensmittel sind gute Proteinlieferanten. © Arx0nt

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Sie posieren aktuell für PETA und setzen sich damit für Tierschutz ein. Was war Ihnen bei dieser Kampagne wichtig?

Alena Gerber: Die Kampagne heißt "Vegan is hot" - und genau das wollten wir zeigen: Eine tierfreundliche Lebensweise kann modern, genussvoll, lecker, stylish und selbstverständlich sein. Wir leben in einer Zeit, in der es für absolut alles gute pflanzliche Alternativen gibt. Niemand muss auf Geschmack, Freude oder Mode verzichten, damit Tiere nicht leiden müssen.

Mir war aber auch wichtig, dass das Motiv Aufmerksamkeit erzeugt. Tierschutz darf nicht nur in einer kleinen Blase stattfinden, in der ohnehin schon alle derselben Meinung sind. Die Botschaft soll Menschen erreichen, die sich bisher vielleicht noch nie ernsthaft gefragt haben, wer für ihr Essen, ihre Kleidung oder ihre Kosmetik leiden musste. Wenn ein auffälliges Bild dazu führt, dass jemand für einen Moment innehält und seine Gewohnheiten überdenkt, dann hat es genau das erreicht, was ich mir wünsche: mehr Aufmerksamkeit für meine geliebten Tiere.

Ab wann spielte Ihre eigene Beziehung zu Tieren eine größere Rolle in Ihrem Leben? Gab es einen Schlüsselmoment?

Gerber: Meine Liebe zu Tieren war immer da. Schon als Baby lag ich mit unserem 80 Kilogramm schweren Pyrenäenberghund eingekuschelt auf der Decke. Meine Mutter hat mir die Liebe zu Tieren im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Ich nannte unser Zuhause immer "Villa Kunterbunt": Wir hatten Hunde, Katzen, Hasen, Mäuse, Ratten und ein Pferd. Jedes verletzte Vögelchen, jeder Igel wurde bei uns aufgepäppelt. Es gab niemals ein Nein zu einem Tier, das Hilfe oder ein Zuhause gebraucht hat. Dafür bin ich meiner Mutter unendlich dankbar - wäre mein Mann nicht etwas konsequenter, sähe es bei uns heute wahrscheinlich genauso aus.

Seit meine Mama gestorben ist, hat mein Engagement noch einmal eine andere Tiefe bekommen. Es fühlt sich für mich wie eine Fortsetzung dessen an, was sie mir vorgelebt hat. Ich glaube, ihr größter Wunsch wäre, dass diese Liebe und dieses Mitgefühl nicht mit ihr verschwinden, sondern durch mich und meine Tochter weiterleben.

Viele kennen Sie als Model - bei der PETA-Kampagne geht es aber nicht um Schönheit, sondern um eine Haltung. Wie war es für Sie, Ihren Körper für diese Botschaft einzusetzen?

Gerber: Ich arbeite seit meinem 13. Lebensjahr als Model und habe meinen Körper schon für viele Produkte, Marken und Geschichten eingesetzt. Mit den Jahren habe ich aber begonnen, immer häufiger Nein zu sagen. Ich habe sogar zwei meiner größten Werbedeals beendet und auf viel Geld verzichtet, weil die Marken teilweise noch mit Pelz gearbeitet haben - selbst wenn ich diese Produkte gar nicht beworben habe.

Mir ist es wichtig, mein Gesicht nur noch Kampagnen zu leihen, die meinen eigenen Werten entsprechen. Und nichts passt besser zu meinem echten Ich als Tierschutz und PETA.

Natürlich ist das Motiv freizügig. Aber es ist nicht beliebig. Es steckt eine klare Botschaft dahinter. Wenn mein Körper dafür sorgt, dass Menschen hinschauen und anschließend über Tierleid, Ernährung und ihre eigenen Entscheidungen sprechen, dann hat die Kampagne schon ganz viel erreicht. Ich empfinde unsere Motive nicht als Provokation um der Provokation willen, sondern als meine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit, die ich durch meinen Beruf bekomme, an diejenigen weiterzugeben, die selbst keine Stimme haben: Tiere.

Wie sieht Tierschutz bei Ihnen im Alltag aus?

Gerber: Tierschutz ist für mich kein Thema, das nur bei öffentlichen Kampagnen stattfindet - das fände ich sogar total bescheuert und heuchlerisch. In meinem Fall bestimmt Tierschutz einen großen Teil meines Alltags und meiner Freizeit. Ich arbeite ehrenamtlich für verschiedene Tierschutzorganisationen und im Tierheim Bremen, nehme an Demonstrationen teil und begleite und initiiere regelmäßig Einsätze als verdeckte Ermittlerin gegen den illegalen Welpenhandel.

Der illegale Welpenhandel und sogenannte Zuchttiere sind meine Spezialgebiete. Dafür setze ich mich nun seit rund 20 Jahren ein. Ich habe in dieser Zeit Dinge gesehen, die man nie wieder vergisst. Gerade deshalb ist es mir wichtig, Menschen wirklich die Augen zu öffnen, Sichtbarkeit für diese Themen zu schaffen und ganz konkret zu handeln. Tiere brauchen keine guten Absichten, sondern Menschen, die tatsächlich Verantwortung übernehmen.

Welche Rolle spielen Tiere in Ihrem Familienalltag - gibt es ein Tier, das für Sie fast schon ein Familienmitglied ist?

Gerber: Unser Hund Onyx ist nicht fast ein Familienmitglied - er ist eins. Meine Tochter nennt ihn sogar "ihren Bruder". Die beiden sind miteinander aufgewachsen, teilen ihren Alltag und haben eine wunderschöne Verbindung.

Meine Tochter hilft mir außerdem regelmäßig im Tierheim, putzt dort Ställe und kümmert sich um verletzte Tiere. Mir ist es wichtig, ihr von klein auf beizubringen, Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen. Und das macht sie wirklich wundervoll. Sie ist genauso vernarrt in Tiere wie ich.

Was würden Sie Menschen sagen, die Tiere lieben, aber beim Thema Ernährung, Kleidung oder Konsum keinen Veränderungsbedarf sehen?

Gerber: Ich glaube vielen Menschen sofort, dass sie Tiere lieben. Aber Liebe zeigt sich am Ende nicht nur in einem Gefühl, sondern auch in unseren Entscheidungen. Wir können nicht einerseits sagen, dass uns Tiere berühren, und andererseits völlig ausblenden, was für unser Essen, unsere Kleidung oder unsere Kosmetik mit ihnen geschieht.

Das sage ich nicht, um jemanden moralisch niederzumachen. Wir sind alle mit bestimmten Gewohnheiten aufgewachsen. Aber heute haben wir Wissen und Alternativen, die frühere Generationen nicht hatten. Es gibt pflanzliche Milch, Joghurt, Käse, Fleischalternativen, vegane Schuhe, innovative Materialien und hervorragende tierversuchsfreie Kosmetik. Niemand muss von heute auf morgen perfekt sein. Aber gar nichts zu verändern, obwohl man weiß, dass Tiere darunter leiden, ist für mich keine überzeugende Haltung.

Ich wünsche mir, dass Menschen nicht sofort in eine Abwehrhaltung gehen, sondern einfach einmal ausprobieren: den Kaffee mit Mandelmilch trinken, das vegane Gericht bestellen oder Kosmetik ohne Tierversuche kaufen. Jede kleine Veränderung kann schon viel bewegen.

Gibt es ein Tierschutzthema, bei dem Sie finden, dass die Gesellschaft noch viel zu wenig hinschaut?

Gerber: Ja! Ganz besonders erschüttert mich, wie sehr Tierleid in unserer Gesellschaft unsichtbar gemacht wird. Die meisten Menschen würden einem Tier niemals selbst wehtun. Aber sobald das Leid hinter geschlossenen Stalltüren, in einem Labor, auf einem Tiertransport oder in einer Lieferkette stattfindet, wird es einfach ausgeblendet.

Ein Thema, bei dem noch viel zu wenig hingesehen wird, ist für mich außerdem der Handel mit Tierbabys über das Internet. Viel zu junge, kranke oder unter furchtbaren Bedingungen gezüchtete Tiere werden dort wie Spielzeug angeboten. Menschen sehen ein süßes Foto und hinterfragen nicht, welches Leid hinter diesem vermeintlichen Schnäppchen steckt. Tiere sind keine Ware, die man spontan bestellt. Wer ein Tier bei sich aufnimmt, übernimmt Verantwortung für ein fühlendes Lebewesen.

Und auch bei sogenannten Nutztieren fehlt vielen noch immer die emotionale Verbindung. Ein Hund gilt als Familienmitglied, während ein Schwein, das mindestens genauso intelligent und empfindsam ist, nur als Produkt betrachtet wird. Wieso ist das nach wie vor so? Das tut mir unbeschreiblich weh.

Was ist eine Eigenschaft von Tieren, von der wir Menschen uns eine Scheibe abschneiden könnten?

Gerber: Ihre bedingungslose Ehrlichkeit. Tiere verstellen sich nie, sie spielen keine Rollen und berechnen ihre Zuneigung nicht. Wenn ein Tier vertraut, dann vertraut es mit seinem ganzen Wesen. Und wenn es Angst hat oder leidet, kann es das nicht hinter höflichen Worten verstecken.

Ich glaube, wir Menschen könnten von Tieren lernen, wieder viel unmittelbarer und aufrichtiger zu fühlen. Sie leben viel stärker im Moment, tragen keinen Groll mit sich herum und bewerten ihr Gegenüber nicht nach Status, Aussehen oder Erfolg. Für ein Tier zählt, wie man es behandelt und ob das Herz lieb ist. Ich finde, das ist ein sehr kluger Maßstab - auch für uns Menschen.

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