Julian Nagelsmann (38) zieht die Konsequenz aus dem enttäuschenden WM-Aus: Der Bundestrainer gibt sein Amt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf. Übereinstimmend berichten der TV-Sender Sky und die "Bild"-Zeitung am Freitagmorgen über den Rücktritt. Über den offiziellen Instagram-Account der Nationalmannschaft bestätigte Nagelsmann sein Aus und wendet sich mit einem emotionalen Statement an die Fans.
"Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen", schreibt der 38-Jährige. Sein oberstes Ziel sei stets der Erfolg der Mannschaft gewesen, die nach der herben Enttäuschung "die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient" habe.
Besonders emotional gerät der Dank an die Fans: "Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen." Und weiter: "Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!"
Vom "Ich bin keiner, der wegläuft" zur Kehrtwende
Sportlich war die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko für das DFB-Team ein Desaster. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase samt Niederlage im letzten Spiel gegen Ecuador (1:2) scheiterte die Auswahl im Sechzehntelfinale am Außenseiter Paraguay. Einen Rücktritt hatte Nagelsmann direkt nach dem Aus in Foxborough nahe Boston noch ausgeschlossen. "Ich bin keiner, der wegläuft", sagte er in die TV-Kameras.
Die Kehrtwende folgte am Donnerstag. Bei einer Krisensitzung in Frankfurt am Main in der DFB-Zentrale wurde dem 38-Jährigen ein Rücktritt Berichten zufolge nahegelegt. Eine Abfindung soll er laut Medienberichten dennoch erhalten. Die Rede ist von rund sieben Millionen Euro, was einem Jahresgehalt des scheidenden Trainers entspreche.







