Die schönste Zeit des Jahres beginnt für viele nicht mit Strand und Sonne, sondern mit hunderten Kilometern Asphalt. Der ADAC zählt aktuell rund 1.000 Baustellen auf deutschen Autobahnen, und mit dem gestaffelten Ferienstart der Bundesländer rollt Welle um Welle Richtung Alpen und Süden. Drei Faktoren entscheiden darüber, ob die Anreise zur Tortur wird oder schon zum ersten Urlaubstag: die richtige Startzeit, die Pausenplanung und ein realistischer Umgang mit Kindern und Kosten.
Den Stau austricksen: Wann man besser losfährt
Die Autoclubs sind sich einig: Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag sind die staureichsten Phasen. Wer flexibel ist, sollte besser unter der Woche am Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen; wer am Wochenende los muss, idealerweise früh am Sonntagvormittag. Viele Familien schwören zudem auf die frühen Morgenstunden: Wer gerne nachts fährt, startet idealerweise zwischen drei und vier Uhr morgens - kaum Verkehr, angenehme Temperaturen, und die Kinder schlafen oft im Fahrzeug weiter. Wichtig bleibt, vor der Abfahrt Stau- und Verkehrsmeldungen im Blick zu behalten, um großräumig ausweichen zu können.
Pausen sind keine Zeitverschwendung
Faustregeln für die Familienreise: nicht mehr als 500 Kilometer am Tag und laut ADAC mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 Kilometer eine Pause von mindestens 15 Minuten. Diese Stopps dienen nicht nur dem Toilettengang, sondern der Bewegung: gegen Verspannungen und für eine gute Durchblutung beim Fahrer wie bei allen Mitreisenden. Ideal sind Raststätten mit Spielplatz, auf denen sich die Kinder austoben, bevor sie wieder stillsitzen müssen. Mindestens einmal sollte man länger als eine Stunde pausieren, am besten zur Mittagszeit. Danach fährt es sich meist ruhiger, weil viele Kinder einschlafen. Wichtig: Babys und Kleinkinder nie während der Fahrt wickeln, und Kleinkinder möglichst nur in den Pausen essen lassen, sonst droht Verschluckgefahr.
Gegen den Kinderkoller: Beschäftigung schlägt Bespaßung
Langeweile ist der häufigste Auslöser für schlechte Laune auf der Rückbank. Bewährt haben sich Überraschungstüten, die je nach Reisefortschritt geöffnet werden. Klassiker wie "Ich sehe was, was du nicht siehst", Wortketten oder Kennzeichen-Raten brauchen kein Zubehör. Vorsicht gilt bei Tablets und Smartphones zur Bespaßung: Sie lösen das Langeweileproblem vielleicht kurzfristig, dürften aber bei vielen Kindern für Reiseübelkeit sorgen - und damit im besten Fall zu ungeplanten Zwischenstopps, im schlimmsten Fall zur dringend notwendigen Autoreinigung führen. Beim Proviant gilt: leichte Snacks wie Obst und Gemüse, dazu Wasser, Tee und Saftschorlen ohne Kohlensäure. Und der vielleicht wichtigste Punkt: Kinder bei einer Pause nie allein im Auto zurücklassen! Im Sommer steigt die Temperatur im Fahrzeug binnen kürzester Zeit auf 40, 50 oder sogar 60 Grad.







