Mehr als vier von fünf Erwachsenen in Deutschland halten sich selbst für Overthinker, also exzessive und oft ergebnislose Grübler. 82,9 Prozent grübeln nach eigener Einschätzung zumindest gelegentlich, 48,6 Prozent sogar viel oder ständig. Das hat eine Umfrage von Mars Wrigley zum Launch der Kaugummi-Limited Edition Extra Plus Chill ergeben, für die das Marktforschungsinstitut Censuswide 2.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt hat.

Wie laut das Kopfkino läuft, hängt vor allem vom Alter ab. Unter den 18- bis 24-Jährigen zählen sich 64,9 Prozent zu den häufigen oder chronischen Grüblern, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 64,0 Prozent. Ab 55 Jahren sinkt der Wert auf 30,7 Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern klafft eine Lücke: 54,3 Prozent der Frauen ordnen sich in die obere Grübel-Kategorie ein, bei den Männern sind es lediglich 43,5 Prozent.

Der Auslöser steckt oft im Zwischenmenschlichen

Die ganz großen Lebensfragen sind selten schuld am Overthinking. 91,9 Prozent kennen Gedankenspiralen aus kleinen Alltagssituationen, knapp 60 Prozent erleben sie mindestens einmal pro Woche, 26,9 Prozent täglich oder mehrmals täglich. Auch hier zeigen sich die Jüngeren anfälliger: Bei den 18- bis 24-Jährigen trifft das (mehrmals) tägliche Grübeln auf 39,7 Prozent zu, in der Generation 55+ auf 16,2 Prozent.

Was den Kopf beschäftigt, hat häufig mit anderen Menschen zu tun. Ganz oben steht die Frage "Warum habe ich dazu Ja gesagt?" mit 27,6 Prozent, dicht gefolgt von "Warum haben sie noch nicht geantwortet?" mit 27,2 Prozent. Danach folgen "Habe ich zu viel erzählt?" (25,3 Prozent) und "Ist es unhöflich, wenn ich absage?" (23,6 Prozent). Die ausbleibende Antwort beschäftigt Frauen mit 31,9 Prozent deutlich stärker als Männer mit 23,0 Prozent. Als konkrete Auslöser nennen die Befragten am häufigsten Veränderungen in Freundschaften (12,9 Prozent), ein peinliches Gespräch (9,1 Prozent) und eine womöglich unpassende Nachricht (9,0 Prozent).

Abgeschickt - und dann mehrfach nachgelesen

Die Kontrolle beginnt oft schon vor dem Grübeln. 77,3 Prozent aller Befragten lesen eine bereits verschickte Nachricht mindestens einmal erneut durch, 39,9 Prozent mindestens zweimal. Bei den Jüngsten ist das fast Routine: 65,1 Prozent der 18- bis 24-Jährigen prüfen zweimal oder häufiger, bei den ab 55-Jährigen nur 20,9 Prozent.

Wonach dabei gesucht wird, hat Censuswide unter den 1.954 Teilnehmenden abgefragt, die überhaupt Nachrichten, Mails oder DMs verschicken. In dieser Gruppe stehen Tipp- und Rechtschreibfehler mit 45,0 Prozent an der Spitze, es folgen mögliche Missverständnisse (35,0 Prozent), der richtige Ton (23,7 Prozent) und eine womöglich zu dramatische Wirkung (20,3 Prozent).

Auch beim Antworten wird taktiert. Rund 60 Prozent derselben Gruppe lassen mindestens drei Minuten verstreichen, um nicht zu interessiert zu wirken. Am weitesten verbreitet ist eine Pause von zehn bis 30 Minuten (21,4 Prozent). Nur 16,1 Prozent tippen sofort zurück, ohne sich Gedanken über die Wirkung zu machen.

Was gegen die Grübelei helfen kann

Als Gegenmittel gegen die Gedankenspirale wenden die Betroffenen vor allem Beschäftigung an, so die Umfrage zum Extra Plus Chill-Launch. 26,7 Prozent stürzen sich in eine Aufgabe, 22,6 Prozent hören Musik. Dahinter folgen Abstand vom Smartphone (18,3 Prozent), ein Spaziergang (17,3 Prozent) und eine kurze Pause (16,9 Prozent). Kurios: 16,8 Prozent scrollen ausgerechnet am Handy, um sich abzulenken. Damit greifen fast genauso viele zum Gerät, wie es bewusst weglegen.

Kaugummi hat dabei deutlich mehr Potential, als die erste Antwort vermuten lässt. Eigentlich nennen ihn nur 5,6 Prozent. Fragt man gezielt nach, zeigt sich ein anderes Bild: Von den Kauenden halten es 51,2 Prozent für wahrscheinlich, ihn als kleinen Reset beim Overthinking einzusetzen. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 58,4 Prozent, und selbst ab 55 Jahren stimmen noch 45,1 Prozent zu. Von den Kaugummi-Kauern verbinden 28,9 Prozent damit ein frischeres Gefühl, 25,4 Prozent eine Ablenkung von der Gedankenspirale. 23,3 Prozent schätzen es einfach, etwas zu tun zu haben.

Die Idee dahinter lässt sich auf alle genannten Anti-Grübel-Strategien übertragen: Was die Gedankenspirale bremst, muss oft nicht groß sein. Es reicht ein Anlass, der dem Kopf für ein paar Sekunden eine andere Aufgabe gibt, um gar nicht erst ins Overthinking zu verfallen.