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"H wie Habicht": Claire Foy mit eigenwilliger Trauerbewältigung

In "H wie Habicht" muss sich Claire Foy mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Sie tut dies auf denkbar ungewöhnliche, gerade deshalb aber nachfühlbare Weise.

(stk/spot)
Claire Foy in der Bestseller-Verfilmung "H wie Habicht".
Claire Foy in der Bestseller-Verfilmung "H wie Habicht". © © 2025 Protagonist Hawk Limited, Saturnia Llc And Channel Four Television Corporation. All Rights Reserved

Wie geht ein Mensch mit überbordender, nicht enden wollender Trauer um? Und was können Freunde und Familie tun, wenn eine geliebte Person droht, an ihr zu zerbrechen? Das Drama "H wie Habicht" mit "The Crown"-Star Claire Foy (42), das ab dem 23. Juli in den deutschen Kinos läuft, stellt diese diffizilen Fragen und gibt hoffnungsvolle Antworten.

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Die Frau hat einen Vogel - darum geht es

Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz, so lauten die fünf Phasen der Trauer. Die Dozentin Helen (Foy) scheint fast unmittelbar in Phase vier festzustecken, als ihr schrulliger, aber liebenswerter Vater (Brendan Gleeson, 71) plötzlich stirbt. Weder Selbsthilfebücher und familiärer Zusammenhalt noch die Flucht ins Liebesleben helfen ihr, den Verlust zu verarbeiten. Da kommt ihr schließlich eine absurd anmutende Idee: Helen besorgt sich einen Habicht.

Sie holt einen Raubvogel zu sich nach Cambridge, nennt ihn Mabel und zeigt sich fest entschlossen, das wilde Tier zu zähmen. Die Leidenschaft für die eigenwilligen Vögel hat sie von ihrem Vater geerbt, Helen sieht in ihr den einzigen Ausweg aus ihrem mentalen Loch. Mit jedem Stück rohen Fleisches in ihrer Wohnung und jedem neuen Kratzer an ihrem Körper reift in Helens Umfeld jedoch zunehmend die Sorge, dass sie sich besagtes Loch nur noch tiefer schaufelt.

Der Weg zurück zu sich selbst verläuft nicht geradlinig

"H wie Habicht" basiert auf dem gleichnamigen und autobiografischen Bestseller von Helen Macdonald (56). Was im ersten Moment nach einer gezielt skurrilen Idee aus Hollywood klingt, um Neugierde zu wecken, trug sich also tatsächlich zu. Regelrecht paradox: Nicht trotz, sondern gerade wegen seiner ungewöhnlichen Handlung wirkt der Film von Philippa Lowthorpe (64) so authentisch.

Der Vogel dient dabei in mehrfacher Hinsicht als symbolische Projektionsfläche. Durch die reine Existenz des animalischen Raubtiers muss sich Helen zwangsläufig mit der Wechselwirkung zwischen Leben und Tod auseinandersetzen. Zugleich lässt sie der Kampf mit dem störrischen Habicht noch einmal eine wohlige Nähe zu ihrem verstorbenen Vater spüren. Der hatte ihr die Liebe zu den komplizierten Tieren, in denen sich Helen ein Stück weit auch selbst sieht, schließlich mit auf den Weg gegeben.

Claire Foy beweist mit ihrer Darbietung wieder einmal, wie talentiert sie darin ist, reale Figuren glaubhaft auf die Leinwand oder ins Fernsehen zu transportieren. Als junge Queen Elizabeth in "The Crown" war ihr das ebenso gelungen wie in "Aufbruch zum Mond" als Ehefrau von Neil Armstrong.

Die rührendsten Momente in "H wie Habicht" sind die, in denen sich Helen an gemeinsame Momente mit ihrem Vater erinnert. In den als Rückblenden eingefügten Szenen wird klar, warum es ihr so verdammt schwerfällt, loszulassen. Foy und Gleeson bilden ein großartiges Vater-Tochter-Gespann. Eines, das die jeweiligen Verschrobenheiten nicht nur akzeptiert, sondern zelebriert.

Fazit:

"H wie Habicht" zeigt, was es bedeutet, zu leben, zu lieben und zu verlieren. Vor allem aber ist das Drama eine Ode an das Weitergeben. Wir sind nicht nur Biologie, eine schnöde Ansammlung von Erbgut. Geliebte Menschen leben durch unsere Taten weiter. Durch ungewöhnliche Leidenschaften, durch liebenswerte Eigenheiten, die sie uns zeitlebens bewusst und unbewusst mit auf den Weg gegeben haben.

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