An heißen Sommertagen gibt es kaum etwas Schöneres als eine Abkühlung im See, Freibad oder Meer. Doch wo Menschen baden, lauern auch Gefahren. Ertrinken gehört laut der WHO weltweit zu den häufigsten unfallbedingten Todesursachen - und passiert oft anders, als viele es aus Filmen kennen. Wer die Warnzeichen kennt und weiß, wie man im Ernstfall richtig handelt, kann Leben retten.
Badeunfall vermeiden: Wie man Ertrinken erkennt und richtig hilft
Wildes Armfuchteln und laute Hilferufe? So sieht Ertrinken nur im Film aus. In Wirklichkeit kämpfen Betroffene still ums Überleben. Woran man einen Badeunfall erkennt und wie Ersthelfer richtig reagieren.

Diese Strände sind mit Vorsicht zu genießen

Haie, radioaktive Strahlung und tückische Strömungen: An manchen Stränden sollten Schwimmer lieber nicht ins kühle Nass springen... © A. Emson/Shutterstock.com
Ertrinken sieht oft unspektakulär aus
Die meisten Menschen stellen sich einen Ertrinkenden laut schreiend und wild mit den Armen fuchtelnd vor. Tatsächlich verläuft Ertrinken häufig nahezu geräuschlos. Betroffene kämpfen darum, den Kopf über Wasser zu halten und Luft zu bekommen. Zum Rufen oder Winken bleibt meist keine Kraft.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nennt unter anderem folgende Warnzeichen: Die Person bewegt sich kaum vorwärts und scheint auf der Stelle zu treiben. Der Kopf ist weit nach hinten geneigt und der Mund befindet sich knapp über der Wasseroberfläche. Die Augen wirken glasig oder sind geschlossen, die Arme drücken eher nach unten als nach vorne und die Person reagiert nicht auf Ansprache.
Wer unsicher ist, sollte lieber einmal zu viel nachfragen oder Hilfe holen als einmal zu wenig.
Erst Hilfe rufen, dann retten
Wer einen Badeunfall beobachtet, sollte nach Empfehlungen der DLRG zunächst andere Badegäste auf die Situation aufmerksam machen und den Notruf 112 wählen.
Wichtig ist außerdem, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Die DLRG empfiehlt, der betroffenen Person möglichst einen Rettungsring, eine Schwimmhilfe oder einen anderen schwimmfähigen Gegenstand zuzuwerfen. Wenn möglich, sollte außerdem versucht werden, die Person vom Ufer aus mit einer Stange, einem Ast oder einem anderen langen Gegenstand zu erreichen. Nur wer über ausreichende Rettungskenntnisse verfügt und die Situation sicher einschätzen kann, sollte selbst ins Wasser gehen.
Menschen in akuter Ertrinkungsgefahr reagieren oft panisch und können sich an Helfenden festklammern. Dadurch besteht die Gefahr, dass auch die helfende Person unter Wasser gezogen wird. Deshalb sollten Wasserrettungen möglichst von ausgebildeten Rettungskräften übernommen oder - wenn möglich - aus sicherer Entfernung durchgeführt werden.
Nach der Rettung zählt jede Minute
Ist die Person an Land, sollten sofort Bewusstsein und Atmung überprüft werden. Atmet die Person normal, wird sie in die stabile Seitenlage gebracht und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beobachtet.
Atmet sie nicht oder nicht normal, sollte man unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen und diese ohne Unterbrechung fortführen, bis professionelle Hilfe übernimmt. Auch wenn sich Betroffene nach dem Badeunfall zunächst erholen, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Wasser in den Atemwegen kann später noch zu Komplikationen führen.
Badeunfälle lassen sich oft vermeiden
Viele Unfälle könnten laut der DLRG durch einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden. So empfiehlt die DLRG, möglichst nur an bewachten Badestellen zu schwimmen und Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt zu lassen. Außerdem ist es wichtig, die eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf Alkohol vor dem Schwimmen zu verzichten, da dieser die Reaktions- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
Nach längerem Sonnenbaden sollte sich der Körper zudem langsam an das kühle Wasser gewöhnen, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Auch Warnhinweise, Strömungen und Wetterbedingungen sollten stets beachtet werden. Wer in einem unbekannten Gewässer badet, sollte nach Möglichkeit nicht allein ins Wasser gehen.
Die DLRG betont, dass sicheres Schwimmen eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Badeunfälle ist. Deshalb empfiehlt sie, Kinder frühzeitig an das Wasser zu gewöhnen und Schwimmfähigkeiten regelmäßig aufzufrischen. Auch Erwachsene können von einem Erste-Hilfe- oder Rettungsschwimmkurs profitieren.
Das könnte Sie auch interessieren
LifeFerienbeginn in Österreich: Das ändert sich am Wiener Flughafen
Zum Beginn der Sommerferien in Teilen Österreichs wird der größte Flughafen des Landes effizienter bei den Sicherheitskontrollen. Was sich in Wien ändert.
LifeEiweiß und Ballaststoffe in einem: Diese Lebensmittel liefern beides
High-Protein-Produkte boomen, doch ein wichtiger Nährstoff bleibt oft auf der Strecke: Ballaststoffe. Wer beides kombiniert, bleibt länger satt und tut dem Darm etwas Gutes. Diese Lebensmittel enthalten beides.
LifeThermalurlaub ohne Kur-Klischee: Bad Füssing im Wandel
Thermen werden jünger: Bad Füssing zeigt, wie aus klassischer Kur zunehmend Wellness, Prävention und Digital Detox für ein neues Publikum werden.
Kommentare (0 Kommentare)
Noch keine Kommentare. Schreib den ersten!


