Beim Streamingdienst Netflix startet am 9. Juli die Neuauflage von "Unsere kleine Farm". Der TV-Klassiker lief im Original ab dem Jahr 1976 im deutschen Fernsehen. Die zeitgemäße Neuadaption aus dem Hause Netflix bleibt jetzt im Vergleich zur bekannten TV-Serie näher an den Vorlagenromanen von Laura Ingalls Wilder (1867-1957). Gleichzeitig wird die Geschichte auch stärker aus der Perspektive der amerikanischen Ureinwohner erzählt, die von den weißen Siedlern von ihrem Land vertrieben werden. Staffel eins besteht dabei aus acht Folgen, die alle auf einen Schlag auf Netflix erscheinen.
"Unsere kleine Farm" ist zurück: Wie gut ist die Neuauflage?
"Unsere kleine Farm" ist Kult-TV. Jetzt kehrt die historische Familienserie im neuen Gewand auf Netflix zurück. Lohnt sich das Streamen?

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Hollywood-Star Jamie Foxx ist Vater von zwei Töchtern. Er selbst wuchs ohne seine leiblichen Eltern auf. © F. Sadou/AdMedia/ImageCollect
Darum geht es in "Unsere kleine Farm"
Die Familie Ingalls zieht aus Wisconsin gen Westen. Im noch dünn besiedelten Staat Kansas wollen sie sich ihr neues "Für immer"-Zuhause aufbauen, wie es auch in einem der Trailer zur Historienserie heißt.
Die kleine Familie besteht aus dem zupackenden, optimistischen Vater Charles (Luke Bracey, 37) und seiner Frau Caroline Ingalls (Crosby Fitzgerald) sowie den beiden Töchtern Mary (Skywalker Hughes, 14) und Laura (Alice Halsey, 11), die unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Mary das Bild einer jungen Dame abgibt, sich an Regeln hält und angepasst wirkt, ist Laura ein veritabler Freigeist, abenteuerlustig und am Fremden interessiert. Mit ihrem Cowboyhut wirkt sie burschikos. Das Unbekannte des Westens und ihrer neuen Heimat übt auf sie einen unwiderstehlichen Reiz aus.
Zwischen Hochglanz-Serie und Survival-Geschichte
Schon in der ersten Episode des "Unsere kleine Farm"-Reboots von Netflix wird die Unbarmherzigkeit des Westens und der wilden Natur deutlich. Beinahe kippt der Wagen der Familie Ingalls in einem reißenden Strom um. Der geliebte Familienhund Jack geht verloren. Hunger, Kälte und wilde Tiere bedrohen Leib und Leben.
Familie Ingalls hält jedoch zusammen und ist gemeinsam stärker - ein großes Thema der Netflix-Serie. Und sie sind nicht die gewöhnlichsten Menschen. Tochter Laura wächst zur modernen Frau heran in einer Zeit, in der Frauen nicht einmal das Wahlrecht hatten. Vater Charles ist Erbauer und Entdecker - und personifiziert so schon beinahe überdeutlich den Pioniergeist, der die Vereinigten Staaten ihrem eigenen Selbstverständnis nach groß gemacht hat.
Doch es gibt auch einige Mankos und Abstriche bei der neuen Netflix-Produktion. So leben die Ingalls besonders in den ersten Episoden der ersten Staffel von "Unsere kleine Farm" durchweg in der Natur, da sie noch gar nicht über ein eigenes Haus verfügen. Ihre Kleidung und die Umgebung der Hausbaustelle wirken jedoch durchweg zu sauber und damit auch unrealistisch. Ein wenig mehr Schmutz hätte der Frontiers-Serie stellenweise gutgetan. So wirkt alles zu clean, um dem Publikum die Unbarmherzigkeit der Natur wirklich zu vermitteln.
Auch dürfte für einige unter den Zuschauerinnen und Zuschauern die Netflix-Serie eine ungewöhnliche, selten gesehene und unausgegorene Mischung bieten. Teils hat man es hier mit einer Feelgood-Story zu tun, teils geht es um den beinharten Kampf ums Überleben. Am ehesten fällt hier als Vergleich noch die übernatürliche Historienserie "Outlander" ein, deren spätere Staffeln ebenfalls in den späteren Vereinigten Staaten spielen - und die auch eine irgendwo unrealistische Hochglanz-Version der amerikanischen Natur bietet.
Eine zweite Staffel der Netflix-Neuauflage von "Unsere kleine Farm" ist bereits bestellt und wird kommen. Die Serie wird also weitergehen.
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