Trotz Star-Aufgebot: Erste WM-Halbzeitshow fällt bei vielen Fans durch
Madonna, BTS, Justin Bieber, Shakira und Coldplay: Die erste Halbzeitshow der WM-Geschichte war prominent besetzt. Nach dem Auftritt im MetLife Stadium hagelte es dennoch Kritik. Fußballstar Wayne Rooney fand bei der BBC deutliche Worte.
Es sollte der Höhepunkt neben dem Sport werden, doch die erste Halbzeitshow in der Geschichte einer Fußball-Weltmeisterschaft hat bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern vor allem für Kopfschütteln gesorgt. Beim Finale zwischen Argentinien und Spanien im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, standen am Sonntag Madonna, BTS, Justin Bieber, Shakira und Coldplay auf der Bühne. Kuratiert hatte das Programm Coldplay-Frontmann Chris Martin. Danach hagelte es jede Menge Kritik.
Wie deutlich die Show polarisierte, zeigte eine Reaktion aus dem Fußball selbst. Wayne Rooney wurde von BBC Sport nach seiner Meinung gefragt und antwortete ohne Umschweife: "Ich mag viele dieser Künstler, aber ich fand das Mist."
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Madonna eröffnete
Den Anfang machte Madonna mit ihrem Hit "Music" aus dem Jahr 2000. Live gesungen wurde dabei nicht, die Sängerin bewegte lediglich die Lippen, während Tänzer auf Rollschuhen um sie kreisten. Anschließend trat sie aus einem Tunnel heraus auf das Spielfeld, Hand in Hand mit den brasilianischen Legenden Ronaldinho und Ronaldo.
Danach wurde es kurios: Die Muppet-Figuren übernahmen das Schlagzeug und spielten "Seven Nation Army" von den White Stripes, ohne dass sich ein Zusammenhang zum Vorangegangenen erschlossen hätte. BTS folgten mit "Dynamite", energiegeladen, aber nach Schema F. Dann tauchte Jason Sudeikis in seiner Rolle als Ted Lasso auf, um Justin Bieber anzukündigen.
"Flickenteppich"
Bieber bremste die Show mit einer akustischen Version von "Everything Hallelujah" abrupt aus, begleitete sich dabei selbst auf der Gitarre. Shakira drehte das Tempo anschließend gemeinsam mit Burna Boy und "Dai Dai" wieder hoch. Zum Abschluss kamen Coldplay auf die Bühne, unterstützt von Dirigent Gustavo Dudamel und dem PS22 Chorus, einem im Netz bekannt gewordenen Chor aus Viert- und Fünftklässlern aus New York. Die Kinder tanzten in bunten Trikots, auf dem Rasen formte sich das Wort "Love" um einen Globus. Dieser Schlusspunkt kam gut an, konnte die im Netz als "Flickenteppich" bespöttelte Show, für die die Halbzeitpause entgegen der FIFA-Regeln von 15 auf 27 Minuten ausgedehnt wurde, aber nicht mehr retten.
Eine Show mit Botschaft
Chris Martin hatte den Auftritt im Mai angekündigt, und zwar mit einem Video, in dem die "Sesamstraße"-Figuren Elmo und Krümelmonster sowie die Muppets Kermit, Miss Piggy und Animal mitspielten. Darin fragten Martin und Elmo die BTS-Mitglieder Jin, Suga, J-Hope, RM, Jimin, V und Jung Kook per Videoanruf, ob sie dabei sein wollten. "Es ist eine Gelegenheit zu zeigen, wie großartig all die verschiedenen Arten von Menschen sind", sagte Martin damals. Bei der Show gehe es mehr um das Wir als um das Ich, um Gemeinsamkeit.
Hinter dem Auftritt stand ein konkretes Ziel: Er unterstützte den FIFA Global Citizen Education Fund, der 100 Millionen Dollar sammeln will, um Kindern weltweit Zugang zu Bildung und Fußball zu ermöglichen. Mehr als 50 Millionen Dollar sind laut "Page Six" bereits zusammengekommen, ein Dollar aus jedem verkauften Ticket der WM 2026 floss in den Fonds.