"Spider-Man: Brand New Day": Mehr Action und Herz denn je
Fünf Jahre nach seinem letzten Auftritt schwingt sich Spider-Man zurück auf die Leinwand und stellt sich nicht nur neuen Gefahren, sondern auch alten Wunden. "Spider-Man: Brand New Day" überzeugt auf ganzer Linie mit einer gelungenen Balance aus Action und Emotionen.
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Mit "Spider-Man: Homecoming" feierte Tom Holland (30) im Jahr 2017 seinen Einstand als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Es folgten zwei weitere Solo-Abenteuer, die zusammen weltweit mehr als drei Milliarden Dollar einspielten. Im Laufe der Filme entwickelte sich seine Version von Peter Parker vom unsicheren Teenager im Highschool-Alltag hin zu einer Figur, die zunehmend mit Verantwortung, Verlust und inneren Konflikten ringt.
Genau diese Mischung machte Hollands Spider-Man zu einer der vielschichtigsten Interpretationen der Figur. Nach fünfjähriger Pause kehrt der Schauspieler nun in "Spider-Man: Brand New Day" in seine Paraderolle zurück und überzeugt dabei mehr denn je. Holland liefert seine bislang stärkste Darstellung ab, während auch der Film selbst über die gesamte Laufzeit hinweg zu überzeugen weiß.
Darum geht's in "Spider-Man: Brand New Day"
Spider-Man ist wieder zurück, doch vieles hat sich verändert. Peter Parker ist aus dem Gedächtnis der Welt gelöscht, während der maskierte Held unbeirrt über New York wacht und effektiver denn je gegen das Verbrechen vorgeht. Die scheinbare Kontrolle gerät jedoch ins Wanken, als eine Reihe mysteriöser Vorfälle die Stadt erschüttert.
Was zunächst wie vereinzelte Verbrechen wirkt, entpuppt sich schnell als das Tun einer Person, die Spider-Man vor seine bislang größte Herausforderung stellt. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, muss er nicht nur körperlich und mental an seine Grenzen gehen. Vor allem zwingt ihn diese Person dazu, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu hinterfragen, die längst getroffen schienen...
Überzeugende Story
In "Spider-Man: Brand New Day" legt Tom Holland seinen bislang stärksten Auftritt als Marvel-Held hin. Mehr noch: Der Film bietet das unterhaltsamste Spider-Man-Abenteuer seit Sam Raimis "Spider-Man 2" aus dem Jahr 2004, in dem Tobey Maguire (51) die Titelrolle spielte. Dabei verzichtet die Produktion bewusst auf eine überladene Aneinanderreihung prominenter Gastauftritte von anderen Marvel-Figuren, die lediglich dem Fanservice dienen. Stattdessen rückt eine emotional dichte Geschichte in den Mittelpunkt, die auf Action und Charaktermomente setzt.
Im Vergleich zum Vorgänger "No Way Home" (2021), der stark auf das Multiversum setzte, schlägt "Brand New Day" einen bodenständigeren Ton an. Der Film konzentriert sich wieder stärker auf New York und verzichtet auf Figuren, die plötzlich aus einem anderen Universum auftauchen. Dieser bodenständigere Ansatz funktioniert auf ganzer Linie. Auftritte weiterer Marvel-Figuren gibt es zwar, doch sie fügen sich organisch in die Handlung ein und erfüllen eine klare erzählerische Funktion, anstatt bloß spektakuläre Gastauftritte zu sein. Die Story hat eine Botschaft, die ans Herz geht, ohne dabei zu dick aufzutragen.
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Film gelingt schwieriger Spagat
Zu den großen Stärken von "Brand New Day" gehören die aufwendig inszenierten Actionsequenzen. Destin Daniel Cretton (47) übernahm erstmals die Regie - die ersten drei Filme wurden von Jon Watts (45) inszeniert - und setzte dabei neue Akzente. So dynamisch und visuell eindrucksvoll war Tom Hollands Spider-Man auf der Kinoleinwand bislang noch nicht zu sehen. Cretton ist im Marvel-Kosmos kein Unbekannter. Mit "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" (2021) lieferte er bereits einen Hit ab, zudem war er an der Serie "Wonder Man" (2026) beteiligt.
Seine Handschrift ist auch hier klar erkennbar: Spider-Mans Bewegungen durch die Straßen New Yorks wirken flüssiger und zugleich spektakulärer als je zuvor. Sie sind technisch hervorragend umgesetzt, kreativ gefilmt und fügen sich nahtlos in die Handlung ein. Darüber hinaus nimmt sich der Film bewusst Raum für ruhigere Momente, die Peter Parkers persönliche Weiterentwicklung glaubwürdig vorantreiben.
Schauspielerisch auf hohen Niveau
Tom Holland zeigt seine bislang reifste Interpretation des Superhelden. Glaubwürdig bringt er den inneren Konflikt seiner Figur auf die Leinwand: der Spagat zwischen Verantwortung, Einsamkeit und dem Wunsch, andere in sein Leben zu lassen, ohne sie zu gefährden. Gleichzeitig verliert er dabei nie den typischen Humor, der Spider-Man seit jeher auszeichnet.
Auch Zendaya (29) und Jacob Batalon (29) knüpfen nahtlos an ihre bisherigen Auftritte an. Trotz der kleineren Rolle hinterlässt sie einen bleibenden Eindruck. Ihr emotionaler Handlungsstrang ist einer der stärkeren Aspekte des Films.
Jon Bernthal (49) sorgt als Punisher für einige der unterhaltsamsten Momente. Gerade im Zusammenspiel mit Spider-Man entsteht eine Dynamik, die zu den Highlights des Films zählt und Lust auf mehr Abenteuer mit diesem Duo macht. Mark Ruffalo (58) als Bruce Banner aka Hulk ist gewohnt gut.
Auch die Neuzugänge werten den Film auf: Mit Tramell Tillman (41) und Liza Colón-Zayas (54) erweitern preisgekrönte Darsteller das Ensemble. Für besondere Momente sorgt zudem Sadie Sink (24), deren Rolle im Vorfeld geheim gehalten wurde. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Ihr Auftritt dürfte für die zukünftige Ausrichtung des Marvel-Universums eine entscheidende Rolle spielen. Auch ihre emotionale Performance bleibt in Erinnerung.
Fazit
"Spider-Man: Brand New Day" ist ein rundum gelungenes Superhelden-Abenteuer, das mit mitreißender Action und einer emotionalen Geschichte punktet. Ein starkes Ensemble verleiht den Figuren Tiefe und macht den Film zu einem stimmigen Gesamtpaket.