Der jüngere Sohn von König Charles III. (77) zeigt sich nach einer Gerichtsentscheidung entsetzt. Prinz Harry (41) schreibt in einem gemeinsamen Statement mit der Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence (73), dass sie vor Gericht gezogen seien, "um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu suchen. Doch wir haben weder das eine noch das andere erhalten." Zuvor hatte der Prinz, der sich derzeit in London aufhält, Nachfragen zu der Entscheidung im Rahmen einer Veranstaltung nicht beantworten wollen.
Prinz Harry spricht nach Gerichtsniederlage von schockierendem Ausgang
Prinz Harry hat zusammen mit sechs weiteren Klägern vor Gericht gegen den Herausgeber der "Daily Mail" verloren. In einem Statement spricht der Herzog von Sussex davon, dass in dem Prozess der Gerechtigkeit nicht Genüge getan wurde.

In diesen Palästen residiert König Charles

In diesen Anwesen residieren König Charles III. und Königin Camilla. © imago images/i Images/Stephen Lock
In der auf Englisch verfassten Stellungnahme, die unter anderem dem britischen "Independent" und der Rundfunkanstalt BBC vorliegt, wählen die beiden jetzt teils harsche Worte. Es sei eine regelrechte Vertuschung, die leider nicht gänzlich unerwartet komme: "Der Aufwand, den das Gericht jedoch betrieben hat, um die 'Mail' zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt." Wenn das Gericht erkläre, dass es keine hinreichenden Beweise für ein Fehlverhalten gebe, "obwohl die Dokumente das Gegenteil belegen, dann fragt man sich, wie der Gerechtigkeit überhaupt Genüge getan werden sollte", heißt es in dem Statement unter anderem weiter.
Während die Seite der Kläger der Ansicht der beiden zufolge ausreichende Beweise vorgelegt habe, hätten Journalisten der "Daily Mail", die im Prozess ausgesagt haben, sich auf bloße Dementis beschränkt. Das Gericht habe diesen "kritiklos Glauben geschenkt, selbst angesichts von Ungereimtheiten, Widersprüchen und offensichtlichen Unwahrheiten, die für neutrale Beobachter im Gerichtssaal beim Abgleich mit den Dokumenten klar ersichtlich waren".
Außerdem wird behauptet, dass die Entscheidung des zuständigen Richters im Kontrast zu den Urteilen seiner Kollegen stehe, die in ähnlichen Fällen gegen News Group Newspapers und Mirror Group Newspapers komplett anders entschieden hätten. Jene seien damals angeblich von dem Mann vertreten worden, der jetzt diese Entscheidung getroffen habe. Eine Stellungnahme zu diesem Vorwurf gibt es bislang nicht. Die "Daily Mail" feierte auf ihrer Webseite unterdessen den Sieg vor Gericht.
Mutmaßliche Bespitzelung durch Journalisten
Prinz Harry und sechs Mitkläger, zu denen auch die Pop-Ikone Elton John (79), dessen Ehemann David Furnish (63) und die Schauspielerin Liz Hurley (61) gehörten, hatten dem Herausgeber der "Daily Mail", der "Mail on Sunday" und deren Online-Auftritt vorgeworfen, mutmaßlich unrechtmäßige Methoden genutzt zu haben, um private Informationen zu erlangen und diese veröffentlichen zu können. Etwa Privatermittler sollen eingesetzt und Telefone sollen abgehört worden sein. Die Vorwürfe wurden von der beklagten Seite zurückgewiesen.
Vor Gericht sollte nachgewiesen werden, dass in Artikeln enthaltene Infos auf eine illegale Beschaffung zurückzuführen waren. Nach einem mehrwöchigen Prozess zwischen Januar und März 2026 wurde am 7. Juli das Urteil veröffentlicht. Prinz Harry und den Mitklägern sei es nicht gelungen, zweifelsfrei den Einsatz unrechtmäßiger Methoden zu belegen, daher würden sämtliche Ansprüche abgewiesen, hieß es.
Laut einem Bericht des britischen "Guardian" könnte dem Prinzen und den anderen Klagenden nun drohen, dass sie Prozesskosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Pfund tragen müssen. Umgerechnet würde dies aktuell einem Betrag von etwas mehr als 58,5 Millionen Euro entsprechen. Associated Newspapers Limited spricht von rechtlichen Kosten von mehr als 50 Millionen Pfund und kündigt an, offene Fragen, "einschließlich der Erstattung der Kosten", klären zu wollen. Genauere Details gibt es hierzu bislang nicht.
Prinz Harry war zuvor auch gegen andere Teile der britischen Boulevardmedien wegen mutmaßlich illegaler Recherchemethoden gerichtlich vorgegangen. Im Rechtsstreit gegen den Verlag Mirror Group Newspapers hatte er gewonnen und später in einer Einigung verbleibende Teile der Klage beigelegt. Auch mit dem Verlag der "The Sun", News Group Newspapers, hatte er sich im Jahr 2025 auf einen Vergleich geeinigt.
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