Die Geschichte der Verfilmungen von Kultautor Bret Easton Ellis (62) ist wechselhaft. Während "American Psycho" mit Christian Bale (52) als Meisterwerk gilt, blieben andere Adaptionen teils hinter den Erwartungen zurück. Häufig schien dabei gerade das verloren zu gehen, was Ellis' Werke auszeichnet: seine markante Erzählstimme und ihr unverwechselbarer Ton.
An der neuen psychologischen Dramaserie "The Shards" ist Bret Easton Ellis nun gleich selbst beteiligt. Die Aufgaben des Serienschöpfers teilte er sich mit "American Horror Story"- und "Monster"-Macher Ryan Murphy (60). Die ersten zwei Folgen der FX-Produktion sind ab 6. August auf Disney+ verfügbar, danach erscheinen sie wöchentlich.
Darum geht es in "The Shards"
"The Shards" spielt an einer privilegierten Highschool im Los Angeles der 1980er Jahre: Der angehende Schriftsteller Bret (Igby Rigney, 23), die stets perfekt wirkende Susan (Kaia Gerber, 24) und der charismatische neue Schüler Robert (Homer Gere, 26) bewohnen die Luxusvillen ihrer betuchten Eltern, kommen in Porsche- oder Mercedes-Cabriolets zur Schule und tragen ausschließlich sündhaft teure Kleidung. Eine amüsante Parallele zur Realität: Kaia Gerber ist die Tochter von Topmodel Cindy Crawford (60), Homer Gere der Sohn von Schauspieler - und Crawfords Ex-Mann - Richard Gere (76). Völlig fremd dürfte den beiden also das Luxus-L.A.-Setting nicht sein.
Doch die scheinbare Idylle im Abschlussjahr von Bret und Co. täuscht. Ein Serienmörder treibt in ihrer Stadt sein Unwesen. Nach und nach verschwinden Jugendliche. Sind sie Opfer des sogenannten "Trawlers" geworden, der sie gezielt ins Visier nimmt - oder bildet sich Bret die Geschehnisse lediglich ein?
Deswegen ist "The Shards" sehenswert
Das Leben an einer Highschool, ein Mörder, der sein Unwesen treibt, Jugendliche, die meinen, der Lösung des Falls näher zu sein als die Behörden - solche Konstellationen gab es in der Film- und Seriengeschichte schon öfter zu sehen. Ähnlich gelagert sind zum Beispiel "Élite", "One of Us Is Lying" oder "Pretty Little Liars". Doch in "The Shards" ist vieles anders.
So erscheinen sämtliche Figuren der Serie nicht besonders sympathisch. Das übliche Konzept von Hauptfiguren, mit denen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer identifizieren können, wird hier ad absurdum geführt - ganz wie beim eingangs erwähnten Meisterwerk "American Psycho".
Darin liegt die größte Stärke von "The Shards". Die Serie taucht in eine Welt ein, die gefährlich und verführerisch wirkt. Im Vergleich zur Geschichte des Serienmörders "Trawler" wirkt das hier gezeigte Milieu fast noch furchteinflößender. Das Los Angeles von "The Shards" wird bevölkert von narzisstischen, grausamen Menschen. Mitgefühl? Fehlanzeige!







