Aufwändige Skincare-Routinen und strikte Ästhetik-Regeln prägten die vergangenen Jahre. Der Clean-Girl-Look galt als Inbegriff der modernen No-Make-up-Ästhetik. Ziel war ein extrem frisches und erholtes Aussehen. Im besten Fall wirkte es optisch ungeschminkt, trotz zeitintensiver Vorbereitung. Nach Jahren dieser strikten Zurückhaltung sucht die Beauty-Welt nun wieder nach mutigen Ausdrucksformen. Das künstlerische Editorial-Make-up löst den makellosen Minimalismus ab.
Was zeichnet Editorial-Make-up aus?
Editorial-Looks entstehen primär für Modeshootings, Laufstege und Werbekampagnen. Das Styling verfolgt keine Perfektion oder Symmetrie. Stattdessen erzählt das Make-up eine Geschichte, vermittelt ein Gefühl oder setzt eine künstlerische Vision um. Jedes Styling folgt einem klaren Thema - von futuristisch über grunge bis hin zu märchenhaft.
Visagisten setzen dabei gezielte Highlights im Gesicht: Zum einen nutzen sie Details wie extrem betonte Lippen, leuchtenden Lidschatten oder markanten Eyeliner. Aber auch spannende Texturen stehen hoch im Kurs. Das Spiel mit kräftigen Farben, Glitzer, Pigmenten und Applikationen erzeugt Tiefe. Ein weiteres wichtiges Element sind Regelbrüche. Geometrische Eyeliner-Formen treffen auf bewusst unfertige Striche, verschmierte Lippenränder und rauchigen Lidschatten. Gebleichte oder bunt gefärbte Augenbrauen setzen zusätzliche Akzente.
"Skin First": Die Haut behält ihre Natürlichkeit
Trotz auffälliger Farben setzt Editorial-Make-up auf eine natürliche Basis. Das Prinzip "Skin First" stellt die Hautpflege in den Vordergrund. Leichte Texturen bereiten die Haut optimal vor und pflegen sie gleichzeitig.
Statt einer schweren Foundation kommt Concealer nur punktuell zum Einsatz. Fältchen, Sommersprossen und Poren bleiben bewusst sichtbar. Der perfektionierte Clean-Girl-Look weicht einer authentischen Hautstruktur.







