Nach der Urteilsverkündung in Oslo haben die Verteidiger Petar Sekulic und Ellen Holager Andenæs direkt Marius Borg Høiby (29) im Gefängnis besucht. Anschließend verkündeten sie gegenüber norwegischen Medienvertretern, dass der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) Berufung einlegen wird. Der 29-Jährige war unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Kurz nach Urteil: Marius Borg Høiby will Berufung einlegen
Marius Borg Høiby will seinen Schuldspruch nicht akzeptieren und unbedingt Berufung einlegen. Seine Anwälte beantragen zugleich seine Freilassung - mit Blick auf die schwer kranke Kronprinzessin Mette-Marit.

In diesen Palästen residiert König Charles

In diesen Anwesen residieren König Charles III. und Königin Camilla. © imago images/i Images/Stephen Lock
Berufungsverfahren im nächsten Jahr?
Die Anwälte fanden gegenüber "Dagbladet" deutliche Worte über das Treffen: "Er ist natürlich sehr erfreut über die unserer Ansicht nach recht zahlreichen Freisprüche, aber er ist überzeugt, dass er bei den Vergewaltigungsvorwürfen eindeutig unschuldig ist." Er habe seine frühere Partnerin Nora Haukland außerdem "in keiner Weise misshandelt". Die Verteidiger weiter: "Er ist sich absolut sicher, dass Berufung eingelegt werden muss." Ein Berufungsverfahren könnte laut der Verteidiger 2027 beginnen.
Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde Marius Borg Høiby hingegen freigesprochen. Über diese Freisprüche zeigten sich die Verteidiger erleichtert. Die Strafe fiel deutlich milder aus als von der Anklage gefordert. Staatsanwalt Sturla Henriksbø hatte sieben Jahre und sieben Monate gefordert. Dass es "nur" vier Jahre wurden, sei eine logische Folge davon, dass Høiby lediglich für zwei der vier angeklagten Vergewaltigungen verurteilt wurde, erklärte Henriksbø nach dem Urteil. Zusätzlich muss Høiby insgesamt 640.000 Kronen Schadensersatz an mehrere Geschädigte zahlen und verliert für ein Jahr und acht Monate seinen Führerschein.
Høiby selbst verfolgte die Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal, sondern per Videoübertragung aus dem Gefängnis. Wie es hieß, wurde er vergangene Woche wegen nicht näher bekannten gesundheitlichen Gründen ins Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwoch wurde er dann in das Gefängnis Ila in Bærum verlegt.
"Er will jetzt unbedingt raus"
Im Zentrum der Argumentation der Verteidigung steht die Familie. Mehrfach betonten die Anwälte, wie wichtig Høiby die Nähe zu seiner schwer kranken Mutter sei - und wie sehr umgekehrt die Familie ihn brauche. Kronprinzessin Mette-Marit leidet an einer chronischen Lungenfibrose und wurde auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt.
Vor diesem Hintergrund beantragte Sekulic erneut die Freilassung seines Mandanten. Ein früherer Antrag war abgewiesen worden, zuletzt vor fünf Tagen durch das Berufungsgericht Borgarting. Aus Sicht der Verteidigung hat sich die Lage durch das Urteil nun verändert: Es müsse abgewogen werden, ob eine weitere Inhaftierung verhältnismäßig sei - auch angesichts des Wunsches der Mutter, bei ihrem Sohn zu sein, wie "VG" berichtete. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen und verweist auf eine fortbestehende Rückfallgefahr.
Die Verteidiger des 29-Jährigen betonten nach dem Gefängnisbesuch: "Es war hart. Der Strafprozess an sich ist schon schwierig genug, und dann ist da noch vor allem die gesundheitliche Situation der Mutter... Er will jetzt unbedingt raus." Eine Entscheidung über den erneuten Freilassungsantrag werde in Kürze erwartet, hieß es in norwegischen Medien.
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