Es ist die Frage, die in London seit Jahren im Raum steht, ohne dass jemand sie beantworten könnte: Darf ein Prinz zurück, der über seine Familie eine Art Enthüllungsbuch geschrieben hat? Das ZDF widmet ihr am Dienstag, 18. August, einen ganzen Film. "Kommt Prinz Harry zurück?" von Annette von der Heyde läuft um 20:15 Uhr im Programm und steht laut Senderankündigung schon ab 5 Uhr desselben Tages zum Streamen bereit. Rund 45 Minuten lang geht es um einen Bruch, der die britische Monarchie bis heute erschüttert.
Der Ausgangspunkt: Prinz Harry (41) zählte einmal zu den beliebtesten Mitgliedern der britischen Königsfamilie. Inzwischen ist das nicht mehr der Fall. Dazwischen liegen der Abschied vom Leben als Vollzeit-Royal im Jahr 2020, der Umzug mit seiner kleinen Familie in die USA und eine Eskalation, die der Film nachzeichnet: Enthüllungen, Vorwürfe, Funkstille. Zwischen Harry und seiner Herkunftsfamilie soll der Kontakt zeitweise sogar ganz abgebrochen sein.
"Natürlich vermisse ich England"
Der Film lässt Harry selbst zu Wort kommen, unter anderem mit Aussagen aus einem "BBC"-Interview vom Mai 2025. "Ich liebe mein Land, das habe ich immer getan. Natürlich vermisse ich England", sagt er dort.
Wie lange er mit der Rolle gerungen hat, in die er hineingeboren wurde, schildert er in einer Passage vom "Inter Edge Summit" im April 2026: "Nach dem Tod meiner Mutter kurz vor meinem 13. Geburtstag dachte ich mir, ich will diesen Job nicht, nicht diese Rolle übernehmen. Meine Mutter hat dafür mit dem Leben bezahlt. Ich war total dagegen und habe den Kopf in den Sand gesteckt, viele Jahre lang." Erst später habe er erkannt, dass er in seiner Position Gutes tun könne: "Indem ich anderen Menschen helfe, helfe ich auch mir selbst."
Ein knappes Bekenntnis liefert er im "ITV"-Interview vom 24. April 2026 nach: "Ich werde immer ein Teil der königlichen Familie sein, und ich mache genau die Art von Tätigkeit, in die ich hineingeboren wurde. Und ich mache es gerne."
Mitglied ja, Mitarbeiter nein
Genau diesen Unterschied hebt Roya Nikkhah, Königshausexpertin von "Times" und "Sunday Times", hervor. "Prinz Harry ist immer noch ein Mitglied der königlichen Familie, macht aber seine eigenen Sachen. Er arbeitet nicht mehr für das Königshaus als Institution. Das ist ein großer Unterschied", sagt sie in der neuen TV-Doku. Als das Paar 2020 Großbritannien verließ, habe es klargemacht, Leben und Arbeit künftig anders zu definieren.
Dass sich an Harry die Gemüter erhitzen, hat für Nikkhah einen einfachen Grund: "Harry ist einer der bekanntesten Männer der Welt. Er polarisiert: Alles, was er macht, ruft Reaktionen hervor, in die eine oder andere Richtung."
Wie aus einem Wortspiel ein Urteil wurde
Der Film geht auch der Frage nach, warum sich der Zorn der britischen Öffentlichkeit vor allem auf Harrys Ehefrau, Herzogin Meghan (44), richtete. Als die heimischen Medien erfuhren, dass sie "'bi-ethnisch', amerikanisch, eine Schauspielerin, geschieden und dazu noch älter war als Prinz Harry, wurde sie zum Bösewicht auserkoren in dem Stück, das nun aufgeführt wird", fasst Journalistin Afua Hagan in der TV-Doku zusammen.
Kolumnistin Katie Nicholl weist auf die Wirkung des Begriffs "Megxit" hin: "Niemand hatte erwartet, dass Harry und Meghan als 'Working Royals' aussteigen würden. Man prägte dann den Begriff 'Megxit' und schob damit Meghan die Schuld dafür in die Schuhe mit der Folge, dass sich die britische Öffentlichkeit gegen sie richtete. Dabei war es Harry, der rauswollte."







