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Kinostart "Die Odyssee": Wie gut ist Christopher Nolans Neuverfilmung?

Nach der Entwicklung der Atombombe in "Oppenheimer" widmet sich Christopher Nolan dem antiken Stoff rund um Odysseus' Irrfahrt. Überzeugt das neueste Werk des zweifachen Oscarpreisträgers?

(lau/spot)
Matt Damon (M.) als Odysseus in "Die Odyssee".
Matt Damon (M.) als Odysseus in "Die Odyssee". © Melinda Sue Gordon/Universal Pictures/Universal Studios. All Rights Reserved.

Mit dem Historien-, Fantasy- und Actionfilm "Die Odyssee" bringt Meisterregisseur Christopher Nolan ("Oppenheimer", 55) die selten verfilmte Geschichte des Odysseus auf die Kinoleinwände. In atemberaubenden Bildern erzählt der zweifache Oscarpreisträger vom Ende des Trojanischen Krieges, den Irrfahrten seiner Titelfigur sowie von Odysseus' (Matt Damon, 55) letztendlichem Kampf um seine Frau Penelope (Anne Hathaway, 43) und sein Königreich, die Insel Ithaka.

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An diesen Drehorten wurde Filmgeschichte geschrieben

Ob das Reiseziel zweier emsiger Hobbits oder das Gebäude, an dem ein weltberühmter Zauberschüler paukte: Zahlreiche Drehorte erfolgreicher Hollywood-Blockbuster können auch im wahren Leben besichtigt werden.
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Ob das Reiseziel zweier emsiger Hobbits oder das Gebäude, an dem ein weltberühmter Zauberschüler paukte: Zahlreiche Drehorte erfolgreicher Hollywood-Blockbuster können auch im wahren Leben besichtigt werden. © Shutterstock.com/ frerd / Shutterstock.com/ omiksovsky

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Historienfilm nach weltbekanntem Stoff

Christopher Nolan, das war schon lange vor "Oppenheimer" kein Geheimnis mehr, ist ein Meister seines Fachs. Jetzt lässt er die sagenumwobene, einem Märchen gleichende altgriechische Bronzezeit vor seiner IMAX-Kamera wieder auferstehen.

Das Publikum erlebt in "Die Odyssee" große Schlachten wie den Entscheidungskampf um Troja nach Odysseus' List mit dem Trojanischen Pferd. Zu sehen gibt es außerdem die Titelfigur und seine Mannen auf Irrfahrt nach Hause - eben die Odyssee.

Hier verwandelt sich Nolans neuester Streich unter anderem in einen Seefahrerfilm, wenn das entfernt an ein Wikingerboot erinnernde Schiff des Odysseus in gewaltigen Stürmen hin- und hergeworfen wird, die der erzürnte Meeresgott Poseidon geschickt hat.

Dann gibt es noch den auf Ithaka spielenden Handlungsstrang. Hier warten Odysseus' Ehefrau Penelope und sein Sohn Telemachos ("Spider-Man" Tom Holland, 30) sehnsüchtig auf die Rückkehr des Helden, ihres seit 20 Jahren abwesenden Gatten und Vaters - gleichzeitig versuchen sie, die zahlreichen Freier der Penelope wie etwa den durchtriebenen Antinoos (Robert Pattinson, 40) in Schach zu halten.

Bildgewalt und grandiose Action

In "Die Odyssee" blitzen sämtliche Stärken von Filmemacher Christopher Nolan auf. Die antiken Szenen entstanden oftmals an realen Schauplätzen von atemberaubender Schönheit. Der Regisseur und sein Kameramann Hoyte van Hoytema (54) arbeiteten in wunderschönen Einstellungen wiederholt mit speziellem Licht, das an den Schein von Fackeln erinnert - oder aber drehten während Sonnenuntergängen und -aufgängen.

Es handelt sich um Christopher Nolans möglicherweise bislang stylishsten Film. Die Actionszenen überwältigen zudem. Und der Filmemacher, der einst mit "Memento" (2000) seinen Durchbruch erlebte, erzählt die Geschichte der "Odyssee" einmal mehr zeitlich verschachtelt. So wird etwa immer wieder die Eroberung und Zerstörung Trojas umkreist, bis schließlich klar wird, wie sehr diese Titelfigur Odysseus gebrochen hat.

Abstriche bei Cast und Hauptfiguren-Paar

Nolans Stärken liegen indes nicht im Zwischenmenschlichen. Das wurde dem großen Regisseur in der Vergangenheit schon oftmals angekreidet. Und auch hier sind einige der schwächsten Szenen jene zwischen Matt Damons Odysseus und seiner von Anne Hathaway verkörperten Film-Ehefrau Penelope.

Die Chemie zwischen den beiden großen Hollywoodstars überzeugt nur bedingt - ebenso wie einige Casting-Entscheidungen, so etwa Superstar Zendaya (29) als Göttin der Weisheit Athene oder aber der zuletzt ebenso gefühlt überall zu sehende Robert Pattinson. Besonders bei den Neben- und eher kleineren Rollen fragt man sich als Zuschauer, ob Nolan nicht auch einmal auf ein unbekannteres, aber dafür passenderes Gesicht hätte setzen können - oder auf einen nicht perfekt schönen Charakterdarsteller.

Demgegenüber stehen grandiose Casting-Entscheidungen wie etwa Charlize Theron (50) als verführerische Nymphe Kalypso, die Odysseus mit ihren Reizen auf Jahre ausbremst - oder die furchteinflößende Samantha Morton (49) als Zauberin und Hexe Kirke, die all ihre Wut über toxische Destruktivität in ihre Rolle zu legen scheint.

Unbedingt im Kino anschauen

Doch die eben genannten Kritikpunkte fallen kaum weiter ins Gewicht angesichts einer episch erzählten, visuell überwältigenden Geschichte. Zuschauerinnen und Zuschauer werden sich an vielen Stellen von Nolans brillantem Werk fühlen, als wären sie wirklich vor Ort - im Schlachtengetümmel von Troja oder an Bord von Odysseus' Schiff, das bei stürmischer See gerade zu kentern droht.

"Die Odyssee" wird in zahlreichen Momenten geradezu körperlich für ihr Publikum erfahrbar - und Nolan erweckt eine längst vergangene Epoche weit vor unserer Zeit mehr als glaubhaft zum Leben.

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