Alison Arngrim (64) ist zurück in der Welt von "Unsere kleine Farm". In der zweiten Folge der Netflix-Neuauflage hat die Schauspielerin einen Gastauftritt. Sie verkörpert darin eine Figur namens Ida. In der Originalserie war Arngrim als hinterhältige Klassenkameradin Nellie Oleson zu sehen.
Ihre neue Rolle fällt deutlich anders aus. Ida gehört zu einer Gruppe von Frauen, auf die die Ingalls-Töchter im Wald treffen, während sie nach ihrem Freund John suchen. Die Frauen behaupten, John sei bei ihnen und werde bald zurückkommen. Als er nicht auftaucht, gerät Laura in Panik und will fliehen. Ida hält sie fest, woraufhin Laura ihr in den Arm beißt. Der Auftritt ist laut "People"-Magazin kurz, aufmerksame Fans der Kultserie könnten Arngrim aber erkennen.
Ein Anruf, anderthalb Wochen vorher
Die Anfrage kam für die Schauspielerin überraschend spät, rund zwei Wochen bevor ihre Szene gedreht werden sollte. "Was machst du in anderthalb Wochen? Könntest du nach Winnipeg kommen? Es gibt da diese Figur, wir wollen, dass du es bist", habe es am Telefon geheißen, erzählte sie dem Netflix-Portal "Tudum".
Ida beschreibt Arngrim in dem Interview unverblümt. "Ida ist im Grunde eine verrückte Frau im Wald. Eine Art Waldstreunerin mit streunenden Freunden", sagte sie. "Sie hängen im Wald herum, halten ihr kleines Abendessen ab, ein kleines Lagerfeuer, und die beiden armen, ahnungslosen Ingalls-Mädchen tapsen herein, und wir sagen: 'Hi, komm, bleib bei uns.' Ich dachte: 'Oh, das ist ja gruselig hoch drei. Das klingt genau nach meinem Ding. Ich bin sofort dabei'."
Zähne und Nägel bewusst ruiniert
Am meisten überraschte Arngrim am Set die aufwendige Ausstattung. In der Originalserie hätten die Darsteller in Unterhemden und Pumphosen gesteckt, für Ida habe man sie dagegen komplett kostümiert. "Ich war im Himmel. Ich liebe so etwas. Ich dachte: 'Oh, wir gehen aufs Ganze. Das ist fantastisch'", so die Schauspielerin.
Die Maske arbeitete gezielt gegen ihr gepflegtes Äußeres. "Sie haben mich so aussehen lassen, als würde ich mich viel weniger um mich kümmern, als ich es tatsächlich tue. Sie haben meine Zähne bemalt und schrecklich aussehen lassen. Sie haben meine Nägel bemalt, damit sie ekelhaft, schmutzig und krank wirken. Meine ganzen schönen Nägel, meine schönen Zähne, meine schöne Haut, alles futsch", schilderte Arngrim. Sie ordnet das Ergebnis historisch ein: "Aber es waren die 1800er-Jahre. Die Leute sind in der Sonne, es gibt keinen Sonnenschutz, und diese Frau ist eindeutig ein harter Fall. Sie hat getrunken, lebt im Wald und ist nicht mit Flüssigkeit versorgt. Sie ist rau."
Vom Hass zur Kultfigur
Ihre Zeit als Nellie prägt Arngrim bis heute. Noch immer sprächen Menschen sie auf all die "schrecklichen" Dinge an, die ihre Figur Laura angetan habe. "Offenbar habe ich es richtig gemacht", sagte sie. "Der Trick ist: Wenn man es richtig macht, hassen einen alle. Und wenn man es wirklich richtig macht, lieben sie einen irgendwann. Ich war eindeutig die Schurkin. Ich war furchtbar. Ich war schrecklich zu Laura und zu allen."
Dass eine Nellie überhaupt zurückkehren würde, war lange offen. Im Februar 2025 hatte Arngrim dem Magazin "ReMIND" erklärt, bis dahin sei niemand aus der Originalbesetzung für die Neuauflage angefragt worden, sie selbst sei aber offen dafür. "Ich mache seit Jahren Witze darüber, dass ich endlich alt genug bin, um Mrs. Oleson zu spielen, also ruft mich an", sagte sie damals.







