Endlich Frieden mit Harry? So kam es zum royalen Familienkrieg
Prinz Harry kommt nach Großbritannien. Es könnte der Beginn der Versöhnung mit den Royals sein. Der Familienstreit dauert bereits seit Jahren: Das waren die Tiefpunkte.
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Das Drama ist vorprogrammiert, wann immer Prinz Harry (41) einen Besuch in seiner britischen Heimat unternimmt. Nun ist es wieder so weit: Der Herzog von Sussex, der seit 2020 in den USA lebt, reist an, um ab Dienstag eine Reihe von Charity-Auftritten im Vorfeld der Invictus Games 2027 in Birmingham wahrzunehmen. Doch für die Presse vor Ort und die Royal-Fans ist das nur Nebensache.
Die Nachrichten beherrschen Spekulationen, ob Harrys Ehefrau Herzogin Meghan (44) und die gemeinsamen Kinder, Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5), dabei sind. Und ob es ein Wiedersehen der Sussex-Kids mit ihrem Großvater König Charles (77) geben wird.
Die in Kalifornien lebenden Sussexes hatten sich lange geweigert, ihre Kinder nach Großbritannien mitzunehmen. Hintergrund war der Verlust von Harrys Polizeischutz nach dem "Megxit" im Januar 2020. Charles hat seine Enkel daher seit dem Platinjubiläum von Queen Elizabeth II. (1926-2022) im Juni 2022 nicht mehr gesehen.
Ein Treffen von Harry mit Prinz William (44) wird dagegen derzeit offenbar nicht erwartet. Die Brüder sollen seit der Beerdigung der Queen nicht mehr miteinander gesprochen haben.
Der Konflikt in der wohl bekanntesten Familie der Welt reicht bereits Jahre zurück. Das sind die Stationen des Konflikts:
Mit der Beziehung zwischen Prinz Harry und Meghan Markle begann der Streit. Die frühere "Suits"-Schauspielerin aus den USA wurde durch die Hochzeit 2018 zur Herzogin von Sussex. Danach verschlechterte sich das Verhältnis des Paares zum Rest der Familie zunehmend.
Schon vor der Hochzeit verglichen Medien Meghan oftmals mit ihrer Schwägerin Prinzessin Kate (44). Berichte über ein angespanntes Verhältnis machten die Runde. Auch zwischen Harry und William soll es erste Spannungen gegeben haben.
Laut Royal-Expertin Katie Nicholl war Harry Medienberichten zufolge verärgert, weil sein Bruder seiner Frau nicht gerade "den roten Teppich ausgerollt" habe. William wiederum soll Sorgen gehabt haben, dass sich die Beziehung zu schnell entwickelte. Harry reagierte auf diese Bedenken mit Ärger.
2019: Die Brüder gehen auf Abstand
Im April 2019 zogen Harry und Meghan aus dem Kensington-Palast in ihr renoviertes Haus Frogmore Cottage in Windsor. Zwei Monate später wurde bekannt, dass die Sussexes die Wohltätigkeitsorganisation Royal Foundation verlassen, in der sie sich mit William und Kate engagiert hatten.
Im Oktober bestätigte Harry in einer ITV-Dokumentation erstmals öffentlich Probleme mit seinem Bruder. "Wenn man diese Rolle und diesen Job hat und Teil dieser Familie ist, die unter einem solchen Druck steht, dann passieren zwangsläufig Dinge", sagte er. "Aber sehen Sie, wir sind Brüder, wir werden immer Brüder sein. Und auch wenn wir derzeit gewiss unterschiedliche Wege gehen, werde ich immer für ihn da sein - so wie ich weiß, dass er immer für mich da sein wird."
Für das erste Weihnachtsfest ihres Sohnes Archie, der im Mai 2019 geboren wurde, verzichteten Harry und Meghan auf die traditionellen Feierlichkeiten der Royals in Sandringham. Sie zogen sich nach Kanada zurück und feierten mit Meghans Mutter Doria Ragland (69).
2020: Der "Megxit"
Im Januar 2020 kündigten Harry und Meghan an, ihre Aufgaben als Mitglieder des Königshauses aufzugeben. Sofort kursierten Gerüchte über einen Bruderstreit. William und Harry veröffentlichten daraufhin eine gemeinsame Erklärung, um dies zurückzuweisen.
Bei ihrem letzten offiziellen Auftritt als aktive Royals nahmen Meghan und Harry im März am Gottesdienst zum Commonwealth Day teil. Kurz darauf zog das Paar nach Kalifornien.
Im September schlossen die Sussexes einen Vertrag mit Netflix ab. Im Palast wuchs die Sorge, dass vertrauliche Interna öffentlich werden könnten.
Robert Lacey schrieb später in seinem Buch "Battle of Brothers", William habe Charles Spencer (62), den Bruder von Prinzessin Diana (1961-1997), um Unterstützung gebeten. Harry soll darüber verärgert gewesen sein. Der Konflikt zwischen den Brüdern vertiefte sich weiter.
2021: Das Oprah-Interview
Im März 2021 sorgte ein Interview mit Oprah Winfrey (72) weltweit für Schlagzeilen. Harry und Meghan sprachen darin offen über ihr Leben als Royals. Dabei erhoben sie auch Rassismusvorwürfe gegen ein nicht genanntes Mitglied der Königsfamilie.
Harry erklärte damals, er und William hielten "Abstand" voneinander. "Ich liebe William über alles. Er ist mein Bruder. Aber wir gehen unterschiedliche Wege." William widersprach später den Vorwürfen und sagte, die Königsfamilie sei "ganz sicher keine rassistische Familie".
Zur Beerdigung seines Großvaters Prinz Philip (1921-2021) reiste Harry wenige Wochen später nach Großbritannien. Kameras hielten fest, wie William und Harry nach der Zeremonie gemeinsam die Kapelle verließen. Allerdings schien nur Kate mit Harry zu sprechen.
Im Juli trafen die Brüder erneut aufeinander. Anlass war die Enthüllung einer Diana-Statue im Kensington-Palast zu ihrem 60. Geburtstag.
2022: Rückkehr nach England
Zum Platinjubiläum von Queen Elizabeth II. kehrten Harry und Meghan im Juni 2022 nach England zurück. Auch ihre Kinder reisten mit. Tochter Lilibet war im Juni 2021 geboren worden. Öffentlich traten die Kinder jedoch nicht auf. Die Sussexes selbst waren nur bei zwei Veranstaltungen im Hintergrund zu sehen und reisten anschließend zurück nach Kalifornien.
Bei der Beerdigung der Queen im September wurde die Entfremdung der Brüder dann besonders deutlich. Der "Guardian" berichtete damals, es habe keinen Blickkontakt und keine gegenseitige Würdigung gegeben. Auch zwischen Kate und Meghan waren keine freundlichen Gesten zu erkennen.
Im Dezember legten die Sussexes in der Netflix-Dokumentation "Harry & Meghan" nach. Harry kritisierte dabei indirekt seinen Vater Charles und seinen Bruder William. Viele Familienmitglieder würden Partner wählen, die ins Schema passten, sagte er. Er selbst habe mit dem Herzen entschieden.
2023: "Spare" verschärft den Konflikt
Im Januar 2023 erschien Harrys Autobiografie "Spare". Viele Passagen drehten sich um William. Harry schilderte unter anderem einen Streit aus dem Jahr 2019 über seine Beziehung zu Meghan, der in einer körperlichen Auseinandersetzung gemündet sein soll.
Kurz nach der Veröffentlichung wurde bekannt, dass Harry und Meghan Frogmore Cottage räumen müssen. Medienberichten zufolge soll König Charles die Entscheidung getroffen haben.
Bei dessen Krönung am 6. Mai 2023 hielten die Söhne des Monarchen erneut Abstand zueinander. Harry blieb nur kurz in London und flog anschließend zurück nach Kalifornien, wo Sohn Archie seinen vierten Geburtstag feierte. Wenig später wurde laut Berichten der "Times" ein gemeinsames Porträt der Brüder aus der National Portrait Gallery entfernt.
2024: Hoffnung und neue Spannungen
Nach der Krebsdiagnose von König Charles bot Harry im Februar 2024 seine Unterstützung an, was sein Bruder abgelehnt haben soll. Der Herzog von Sussex reiste nach London, um seinen Vater für ein kurzes Treffen zu besuchen. Ein Termin mit William kam nicht zustande.
Im Mai sorgte dann eine Reise von Harry und Meghan nach Nigeria für neuen Ärger. Royal-Experte Tom Quinn sagte dem "Mirror", der Besuch habe einem offiziellen Staatsbesuch geähnelt. William und Charles seien darüber "stinksauer" gewesen.
Im August trafen die Brüder bei der Trauerfeier für ihren Onkel Robert Fellowes (1941-2024) wieder aufeinander. Sie wechselten angeblich kein Wort miteinander. Freunde der Familie Spencer - Fellowes war mit Dianas Schwester Jane (69) verheiratet - werteten Williams Erscheinen trotz Harrys Anwesenheit laut Medienberichten dennoch als Hoffnungsschimmer.
Im September 2024 erhielt Harry dann auch noch überraschend öffentliche Geburtstagsgrüße von Charles, William und Kate zu seinem 40. Geburtstag, die auf ihren Social-Media-Kanälen gratulierten.
Gleichzeitig belastete Harrys juristischer Kampf um Polizeischutz in Großbritannien weiterhin das Verhältnis zur Familie. Der Royal-Biograf Robert Hardman beschrieb die Lage laut "The Telegraph" so: "Man hat es hier mit der unglücklichen Situation zu tun, dass der Sohn des Königs die Minister des Königs vor den Gerichten des Königs verklagt."
2025: Der Wunsch nach Versöhnung
Im Mai 2025 bekräftigte Harry in einem BBC-Interview seinen Wunsch nach einer Versöhnung. "Ich würde eine Versöhnung mit meiner Familie lieben. Es hat keinen Sinn, weiterzukämpfen. Das Leben ist kostbar." Über seinen Vater sagte er zu dieser Zeit, dieser spreche wegen des Streits um den Sicherheitsschutz nicht mit ihm. Harry räumte zugleich ein, dass ihm manche Familienmitglieder auch sein Buch wohl nie verzeihen würden. Dennoch hoffe er auf einen Neuanfang.
Im September 2025 kam es schließlich zu einem weiteren Treffen zwischen Harry und König Charles. Die beiden trafen sich in Clarence House in London zum Tee. Das Gespräch dauerte 55 Minuten.
Was dabei besprochen wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise könnte das Jahr 2026 nun aber tatsächlich den Beginn einer Versöhnung markieren.