Die Deutsche Bahn gibt sich mit zwei nachträglich geänderten Passagen nicht zufrieden. Der Konzern hat das ZDF aufgefordert, die Dokumentation "Am Puls mit Dunja Hayali - Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?" in weiteren Teilen umfangreich zu überarbeiten oder ganz offline zu nehmen. Darin werde den Zuschauern dem Konzern zufolge "ein falscher Eindruck vermittelt". Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", der das Schreiben des Unternehmens vorliegt.
Losgetreten hat den Konflikt eine Abmahnung, die noch am Tag der linearen Ausstrahlung am 21. Juli beim Mainzer Sender einging. Der Beitrag enthalte "nachweislich unwahre Tatsachenbehauptungen" und verschweige "an verschiedenen Stellen wesentliche entlastende Tatsachen", heißt es darin. Entstanden sei so ein "verzerrtes Gesamtbild" des Unternehmens.
Nachbesserung an zwei Stellen
In zwei Punkten hatte das ZDF daraufhin nachgebessert und die Änderungen in der Mediathek auch kenntlich gemacht. In der Doku hieß es zunächst, die Bahn verfüge über kein einziges digitales Stellwerk. Tatsächlich sind es drei, dazu kommen dem Unternehmen zufolge "mehr als 20 weitere Stellwerke im Echtbetrieb, die verschiedene Elemente digitaler Stellwerkstechnik nutzen".
Der zweite Kritikpunkt betrifft einen Vergleich mit Belgien. Die dort genannte Pünktlichkeitsquote von 92 Prozent bezieht sich nach Darstellung der Bahn auf sämtliche Zugverkehre und damit überwiegend auf den Nahverkehr. Für Deutschland habe das ZDF dagegen nur den Fernverkehr mit 60,1 Prozent angeführt, nicht aber den Regionalverkehr mit 88,7 Prozent. Beim gesamten Personenverkehr liege die Bahn mit 88 Prozent nahezu gleichauf. In der aktuellen Fassung ist mit Blick auf Belgien deshalb nicht mehr vom Fernverkehr, sondern vom Personenverkehr die Rede.
Bewusstes Verschweigen?
Diese Korrekturen lösen das Problem laut der Deutschen Bahn aber nicht. Die der Redaktion "bekannten entlastenden Tatsachen", etwa die Erneuerung zahlreicher Stellwerke sowie ein verbindlicher Rollout-Plan für die digitale Zugsteuerung im gesamten Schienennetz, habe man "nahezu vollständig verschwiegen".







