Was im ZDF nicht laufen durfte, findet nun eben anderswo statt: Danger Dan (43) und Igor Levit (39) stehen an diesem Dienstagabend gemeinsam im Berliner Columbiatheater auf der Bühne. Der Abend trägt den Titel "Die keine Angstalt" und ist die direkte Antwort auf die kurzfristige Ausladung der beiden aus der Satiresendung "Die Anstalt". Einlass ist um 20 Uhr, das Programm beginnt um 21 Uhr.
Wer keine Karte ergattert hat oder gar nicht in Berlin wohnt, muss trotzdem nicht draußen bleiben. Ab 21 Uhr läuft die Veranstaltung parallel auf den YouTube-Kanälen von Danger Dan und Igor Levit. Verkauft wurden die Tickets ausschließlich über Danger Dans Onlineshop. Der Gewinn geht laut Mitteilung an den Verein Opferperspektive, "die zentrale Anlaufstelle in Brandenburg für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt".
Ausladung kurz vor der Aufzeichnung
Geplant war ursprünglich etwas anderes. In der 100. Ausgabe von "Die Anstalt", die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie befasst, sollten der Rapper und der Starpianist gemeinsam das neue Lied "Keine Angst" präsentieren. Kurz vor der Aufzeichnung nahm das ZDF die Nummer aus dem Programm, weil der Text als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne.
Der Protest folgte prompt. Journalistengewerkschaften meldeten sich zu Wort, und selbst das Team der Satiresendung stellte sich öffentlich gegen den eigenen Sender und nannte die Entscheidung mutlos. Bei Instagram schrieben Danger Dan und Igor Levit: "Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt."
Nicht der erste Ärger mit dem Sender
Reibung mit dem ZDF kennen die beiden schon länger. Kennengelernt haben sie sich ihrem Post zufolge bei Jan Böhmermann, wo sie gemeinsam "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" spielten. Hinter den Kulissen habe es damals großen Ärger gegeben, der Auftritt sei nur unter Auflagen erlaubt gewesen, schreiben sie. Und: "Jan hat später in seinem Podcast erzählt, dass es der einzige Moment in seinem Leben war, in dem er jemanden anschreien musste."
Beim zweiten gemeinsamen Auftritt im ZDF, der Verleihung des Opus Klassik, strich der Sender eine AfD-kritische Passage aus der Laudatio. Weil die beiden mitgefilmt hatten, wurde der Vorgang öffentlich, das ZDF entschuldigte sich und stellte die Stelle zumindest im Stream wieder her. Diesmal geht das nicht, wie sie trocken anmerken: Die Tür sei ihnen gar nicht erst geöffnet worden.







