Sie ist ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten, wie man so sagt. In der Tat sieht Charlotte Casiraghi (40) aus wie eine jüngere Version der Mama. Und sie gilt, wie die monegassische Prinzessin Caroline (69) von Hannover, als eine der elegantesten Frauen Europas. Eine Stil-Ikone, die das Geschmacksempfinden von Millionen Frauen zu beeinflussen vermag - ebenfalls wie die Mama.
Charlotte Casiraghi: Prinzessin Carolines vielseitige Tochter wird 40
Ob als Nachfahrin des monegassischen Glamour-Adels, in der Modebranche oder der Literaturszene: Prinzessin Carolines Tochter Charlotte Casiraghi weiß stets ihren eigenen Weg zu gehen.

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Dabei spielt das Alter keine Rolle. Prinzessin Caroline ist 69, ihr ausdrucksstarkes Gesicht wird von graumeliertem Haar gerahmt, ein perfektes Bild. Tochter Charlotte erinnert, ob mit dunkler, schulterlanger Frisur oder mit streng zurückgekämmtem Haar, auf verblüffende Weise an die junge Caroline. Sie wird am 3. August 40 Jahre alt.
Tragödien trafen beide Frauen
Die zeitlose Schönheit beider Frauen entspricht keinem Trend. Sie wird geprägt durch Natürlichkeit - und eine gewisse Tragik im Leben beider Frauen. 1982 kam Monacos Fürstin Gracia Patricia, die frühere Schauspielerin Grace Kelly, mit 52 bei einem Autounfall ums Leben. Sie war Carolines Mutter und Großmutter der damals noch ungeborenen Charlotte, der das Nachbeben um diese Tragödie quasi in die Wiege gelegt wurde. 1990 verunglückte Carolines Ehemann, der italienische Industriellen-Erbe Stefano Casiraghi, während eines Motorbootrennens bei der Verteidigung seines Weltmeistertitels tödlich. Er wurde nur 30 Jahre alt, Charlotte war drei, als sie ihren Vater verlor und Halbwaise wurde.
Charlotte ist mit ihren beiden Brüdern Andrea (geb. 1984) und Pierre Casiraghi (geb. 1987) nicht in Monaco, dem Fürstentum ihrer Familie mütterlicherseits, aufgewachsen, sondern in einem Dorf, abseits des Jetset-Trubels von Monte Carlo. Nach dem Tod ihres Mannes ist Caroline mit den Kindern erst nach St. Rémy-de-Provence gezogen, später nach Le Mée-sur-Seine bei Paris. Charlotte ging auf eine öffentliche Schule, 2004 bestand sie in Fontainebleau das Abitur mit der höchsten Auszeichnung summa cum laude (wie übrigens ihre Mutter). Anschließend studierte sie an der Pariser Universität Sorbonne Philosophie. Der französische Philosoph Robert Maggiori gilt als wichtiger, einflussreicher Berater.
In den Promi-Rummel hineingeboren
Natürlich ist Charlotte Casiraghi geradezu automatisch in das Leben eines Promi-Stars hineingewachsen. Sie entstammt einer der bekanntesten Familien der Welt: Ihr Großvater mütterlicherseits, Fürst Rainier III. (1923-2005), war jahrzehntelang Staatsoberhaupt von Monaco, ihm folgte 2005 ihr Onkel Fürst Albert (69). Ihre Großmutter mütterlicherseits war der Oscar-gekrönte Hollywoodstar Grace Kelly (1929-1982), eine der schillerndsten Frauen der Welt. Ihr unberechenbarer Stiefvater Prinz Ernst August von Hannover (72), der dritte Ehemann ihrer Mutter, zählt zum europäischen Hochadel und war immer wieder für Schlagzeilen gut. Er lebt seit 2009 von seiner Frau getrennt.
Obwohl Charlotte Casiraghi weder ein offizielles Amt noch einen Titel des regierenden Fürstenhauses Grimaldi hat, geisterte sie von Kind an als Monaco-Prinzessin durch die Medien. Bereits als 16-Jährige wurde sie in die Liste der begehrtesten Junggesellinnen aufgenommen (Platz 10). Und vor 20 Jahren wählte sie das Magazin "Vanity Fair" in die Liste der bestgekleideten Frauen der Welt.
Eigentlich war die Mode bei ihren Berufswünschen gar nicht mal die erste Option. Der Chanel-Couturier Karl Lagerfeld war zwar einer der engsten Freunde der Familie und kannte sie schon als Kind, doch Charlotte interessierte sich mehr für den Reitsport und die Geisteswissenschaften. Im Reiten ging sie wie ein Profi an den Start, wurde 2009 sogar in die Global Champions Tour aufgenommen, bei der sich die besten Springreiter der Welt messen. Auch im Sport blitzten die Intelligenz und das diplomatische Geschick der Caroline-Tochter auf: Sie schaffte es, dass das Modehaus Gucci ihre Wettkämpfe sponserte, dafür machte sie Werbung für Gucci-Accessoires und wurde schließlich Markenbotschafterin für die Reitsportkollektionen des Labels.
Karriere in der Modebranche und darüber hinaus
Anschließend modelte sie für das Pariser Modehaus Yves Saint Laurent für die Herbstkollektion 2018 als "Hauptgesicht" der Kampagne und arbeitete für die Luxuslinie Montblanc. Schließlich wurde sie 2020 Markenbotschafterin von Chanel und der Star der Frühjahr/Sommer-Kampagne 2021. Ein Jahr später zeigte sie ihr Gespür für Kreativität und ungewöhnliche Inszenierungen: Bei der Haute-Couture-Show Frühjahr/Sommer 2022 ritt sie hoch zu Ross über den Laufsteg.
Doch Charlotte Casiraghi wollte sich nie mit den hochbezahlten und werbewirksamen Mode-Auftritten zufriedengeben, geschweige denn abfinden. Sie arbeitete in Paris und London als Zeitschriftenredakteurin, unter anderem für die Sonntagsausgabe der britischen Online-Zeitung "The Independent" und das Magazin "Above". Sie interviewte die englische Designerin Stella McCartney und den italienischen Reporter und Autor des Mafia-Bestsellers "Gomorrha", Roberto Saviano. Und sie setzte ihr Philosophie-Studium fort und schloss mit einem Master-Abschluss ab.
Die Schattenseiten der Aufmerksamkeit
Gerade als weibliches Mitglied ihrer glamourösen Familie habe sie die Aufmerksamkeit aber auch oft als belastend empfunden. "Von Mädchen erwartet man immer mehr, man verlangt von ihnen eher, sich bestimmten Erwartungen anzupassen, man nimmt ihr Liebesleben, ihre Entscheidungen, ihr Aussehen viel genauer unter die Lupe", sagte Charlotte Casiraghi der Zeitschrift "Psychologies". Der Medienrummel sei bei ihr stets deutlich stärker gewesen als bei ihren Brüdern, das gelte vor allem für ihre Beziehungen.
Von 2011 bis 2015 war sie mit dem Schauspieler und Comedian Gad Elmaleh (55) liiert, er ist auch der Vater ihres Sohnes Raphaël (12). 2018 brachte sie ihren zweiten Sohn Balthazar zur Welt, Vater ist der Filmproduzent Dimitri Rassam (45), den sie 2019 heiratete. Die Ehe wurde 2024 geschieden.
Mittlerweile berichten die Medien kaum noch über ihr Liebesleben. Auch "die Mode spielt bewusst eine Nebenrolle in Charlotte Casiraghis Leben. Ihre Leidenschaft gilt hingegen einer Welt, die im Gegensatz ganz leise ist und so gar nicht visuell: Die Philosophie", schreibt die Mode-Bibel "Vogue". Auch diese Entwicklung ließe sich als familiäres Erbe interpretieren. "Ich bin mit einer brillanten, äußerst gebildeten Mutter aufgewachsen, die hohe intellektuelle Ansprüche stellte, doch als Kind kämpft man auch mit den Wünschen seiner Eltern - oder vielmehr mit dem, was man glaubt, dass sie von einem erwarten", erklärte sie "Psychologies". Die hohen Maßstäbe ihrer Mutter hätten sie sehr geprägt: Sie habe zwar zunächst die Freude am Lesen verloren, doch diese Lust sei vehement zurückgekehrt. Mehr noch: Charlotte schreibt selbst.
Literarische Ambitionen
2018 erschien das Kindle-Buch "Archipel des Passions" ("Archipel der Leidenschaften"), Gespräche über menschliche Gefühle wie Arroganz, Freude, Grausamkeit, Liebe. Charlotte hat es gemeinsam mit dem Philosophen Robert Maggiori veröffentlicht. Und vor einem halben Jahr kam ihr literarisch-philosophisches Sachbuch "La Fêlure" auf den Markt. Auf knapp 400 Seiten schildert sie anhand der Werke verschiedener Schriftsteller die Zerbrechlichkeit des Daseins.
"Ich wurde oft auf ein Hochglanzbild reduziert, auf ein Leben voller Träume und Privilegien. Es lässt sich auf ein paar Klischees von Bällen oder Modenschauen reduzieren", schreibt Charlotte Casiraghi im Vorwort. "Aber alles, was für mich, meine Überzeugungen oder meine Persönlichkeit von Bedeutung sein kann, wird durch dieses Image, das mir anhaftet, fast nie offenbart."
Daneben hat sie mit dem Institut "Les Rencontres Philosophiques de Monaco" eine weitere Plattform, auf der "große Fragen unserer Zeit diskutiert werden" ("Vogue"). Zudem moderiert sie seit 2021 die literarische Kulturreihe von Chanel, bei der berühmte Autorinnen wie Siri Hustvedt und Rachel Eliza Griffiths zu Wort kamen.
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