Filmbudgets jenseits der 200 Millionen Dollar sind in den vergangenen Jahren eher zur Regel als zur Ausnahme geworden - hinzu kommen oft ähnlich hohe Marketingkosten. Viele Blockbuster schreiben also mitunter erst schwarze Zahlen, wenn die Einnahmen eine halbe Milliarde Dollar überschreiten. Dass es auch anders geht, beweisen derzeit zwei Horrorstreifen, die international schon seit Wochen für Furore sorgen.
Auf "Backrooms" folgt "Obsession": Der Triumph von Low-Budget-Horror
Faszinierende Kinounterhaltung muss nicht teuer sein. Das beweist nach "Backrooms" nun auch "Obsession", der ab Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft. Vor ihnen scheffelten bereits andere Horrorstreifen trotz - oder gerade wegen - eines Mikro-Budgets Millionen.

Wie "The Substance": Diese Horrorfilme erhielten Oscar-Nominierungen

Bei den Academy Awards haben es Filme außerhalb des Dramen- und Tragödien-Genres meist schwer. Besonders Horrorfilme meidet die Oscar-Academy gerne in der Hauptkategorie "Bester Film". Ausnahme ist in diesem Jahr "The Substance" (l.). Nur sechs andere Horrorstreifen gelang das bisher. © imago images/ EntertainmentPictures / Universal Studios/Christine Tamalet/MUBI
Am 18. Juni war hierzulande "Backrooms", das hochgelobte Debüt des jungen Regisseurs Kane Parsons (21), angelaufen. Bei einem Budget von rund zehn Millionen Dollar spielte die Story über unheimliche und karge Räume, die jenseits unserer Realität existieren, bereits 272 Millionen Dollar ein.
Noch extremer verhält es sich mit Curry Barkers (26) "Obsession - Du sollst mich lieben", der in Deutschland ab dem 26. Juni im Kino zu sehen ist. Der Film, in dem für einen jungen Mann ein verhängnisvoller Wunsch in Erfüllung geht, kostete in der Produktion nicht einmal eine Million Dollar - fuhr aber bereits 332 Millionen Dollar ein.
Übersättigt mit einfallslosem Mainstream?
Dass beide Werke so unfassbar gut performen, könnte mit einem gewissen Verdruss des Publikums zusammenhängen. Zuletzt konnte der Comic-Bombast von Franchises wie Marvel oder DC nicht mehr überzeugen, auch "Star Wars" schwächelte in Form von "The Mandalorian and Grogu". Viele Zuschauerinnen und Zuschauer lechzen geradezu nach innovativen Leinwand-Geschichten, die einem nicht die ewig gleichen Konflikte und Schauwerte bieten. Und wie vor allem die Horror-Historie zeigt, müssen frische Ideen nicht teuer sein.
Hexen, Geister, Kettensägen
Ein frühes Beispiel hierfür ist der Kultfilm "Texas Chainsaw Massacre" von 1974. Schätzungen nach belief sich dessen Budget auf nur rund 140.000 Dollar. Über rasante Mund-zu-Mund-Propaganda entwickelte sich die Story über das Scheusal Leatherface aber zum Kassenschlager und sägte sich zu 30 Millionen Dollar an den Kinokassen. Für damalige Verhältnisse ein Vermögen.
1999 folgte ein noch wesentlich beeindruckenderes Phänomen: "The Blair Witch Project" hatte das Found-Footage-Genre zwar nicht erfunden, doch revolutionierte es die Filmgattung. Mit einfachsten Mitteln, herausragendem Marketing und einem Budget von angeblich nur 60.000 Dollar erzeugte der Streifen eine derartig dichte Grusel-Atmosphäre, dass einfach jeder Kinofan ihn sehen musste. Knapp 250 Millionen Dollar standen am Ende zu Buche.
Rund acht Jahre später gelang "Paranormal Activity" ein vergleichbares Kunststück: Der Horrorfilm, der es meisterhaft verstand, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen, kostete lächerliche 15.000 Dollar und machte daraus rund 194 Millionen.
Dagegen wirkten die 4,5 Millionen Dollar, die Jordan Peele für "Get Out" zur Verfügung standen, geradezu fürstlich. Der sozialkritische und mit einem Oscar fürs beste Drehbuch ausgezeichnete Film spielte weltweit etwa 255 Millionen Dollar ein.
Das könnte Sie auch interessieren
ShowbizJodie Foster: Film "F1" mit Brad Pitt könnte KI geschrieben haben
Jodie Foster kann sich vorstellen, dass das Drehbuch zum Film "F1" mit Brad Pitt von einer KI geschrieben wurde. Gleichzeitig erklärte der Hollywoodstar: "Ich meine das nicht abwertend."
Showbiz"Toxic Moms": Ashley Tisdale bringt Netflix-Comedy-Show raus
Aus einem viralen Skandal wird eine Comedy: Ashley Tisdale entwickelt mit Netflix die Serie "Toxic Moms" und übernimmt selbst die Hauptrolle.
ShowbizSo stimmte Madonna ihre Fans auf "Confessions II" ein
Madonna meldet sich mit "Confessions II" zurück - und rührte dafür kräftig die Werbetrommel. Mit prominenten Gesichtern, viel Club-Ästhetik und Nostalgie machte sie Lust auf ihr neues Album.
Kommentare (0 Kommentare)
Noch keine Kommentare. Schreib den ersten!


